Projekt „Gothic Friday“ – Juni: Zu viele Konzerte sind zu schön, um sich auf eins festzulegen!

Der Tod des Internets ist magentafarben. Aber dazu irgendwann in einem eigenen Artikel mehr. Jetzt gerade habe ich einiges nachzuholen, fange ich einfach mal hinten an. Mit dem Gothic Friday #6 – Mein schönstes Live-Erlebnis.

Ganz subjektiv empfunden, war ich erst bei recht wenigen Konzerten. Neben meinen Festivalerlebnissen besteht meine „Live-Erfahrung“ aus einem peinlichen Event vor etwa 12 Jahren, einigen winzigen Veranstaltungen in irgendwelchen Jugendeinrichtungen, zwei Combichrist-Konzerten (2007 und 2009) und dem bereits hier erwähnten Mono-Inc.-Auftritt 2010. Beinahe wäre da noch ein Eric-Fish Konzert in Bochum hinzugekommen. Allein schon durch die Location  – eine Kirche – hätte dies wohl einen besonderen Stellenwert bekommen.

Und obwohl meine Erfahrung hier eher gering ist, gibt es nicht das eine, alles andere überragende, in den Schatten stellende Erlebnis. Es gibt viele, die alle durch bestimmte Umstände einmalig waren.

Ich lasse Rock am Ring komplett weg, obwohl da einige Perlen bei waren, so. z.B. Depeche Mode, Metallica, Bela B., …

2008 – Amphi-Festival zusammen mit Cersten und meinem „Mentor“ dem Antiheld: Mein persönliches Highlight war in diesem Jahr And One. Ich mag Elektroschlager!!! Das Wetter war perfekt, die Gesellschaft ebenfalls und die Laune war ganz oben. Als sie Military Fashion Show spielten konnte das ganze Wochenende nicht mehr besser werden!

2009 habe ich Mono Inc. entdeckt. Ein Zufallsfund. Wir sind einfach schonmal zur Hauptbühne, als sie dort anfingen zu spielen. Bei „Get Some Sleep“ war es um mich geschehen. Ich war Katha Mia verfallen. Dieses Konzert ist nicht mit dem späteren Auftritt in der Matrix vergleichbar, da hatte ich Erwartungen. An diesem Sonntag war ich einfach überwältigt.

Im Dezember des gleichen Jahres war ich in Köln bei Combichrist. Irgendwie zeichnen sich diese Konzerte nicht durch die Musik aus. Sie werden erst danach zu etwas Einmaligem. Die Essigfabrik war leer, es war kalt und ungemütlich. Die Show an sich unterschied sich nicht wirklich von der beim Amphi im Jahr zuvor. Einzig mein Blick hatte sich verändert. Ich war fasziniert davon, dass Joe Letz am Schlagzeug tatsächlich nur Socken trug.
 Und dank eines Aachener DJs kam ich erneut in den Backstage-Bereich und konnte Joe um etwas bitten. Eine Woche später, in Bochum, gab es dann das Ergebnis: Der „Mentor“ durfte vor dem Konzert auf seinem Schlagzeug spielen:

Und während ich das hier so schreibe, und an die Texte der anderen Gothic-Friday-Autoren denke, wird mir klar:
Ich muss Mitte Juli nach Köln! Ich habe da frei, verdammt!

Jede Gruppe hat ihren Stern

Gestern war ich zum ersten Mal seit dem Sommer wieder bei einem Konzert. Zum ersten Mal seit Februar 2009 in der Matrix Bochum.

Und es war perfekt!

Beweggrund dorthin zu fahren waren die Mono Inc. Auftritte beim Amphi Festival der letzten beiden Jahre. Sie gehörten jeweils zu den Highlights des Festivalwochendes.

Der erste „Stern“ begegnete mir schon am Eingang. Ein Komiker. Frauen haben doch bekanntlich eine Rechts-Links Schwäche! Da kann man(n) doch nicht einfach, obwohl sie sich sicher für links entschieden hat, noch hinterherrufen

Links!

Ist doch selbstverständlich, dass sie sich dann umdreht und nach rechts geht!

Die Dame an der Kasse führte mich dann durch einen glücklichen Zufall – wer kann sich denn über 1,5 Jahre hinweg merken, dass man dort nur am Ausgang mit Karte zahlen kann, die aber am Eingang unbedingt Bares sehen wollen – zu einer Gruppe, die noch eine Eintrittskarte übrig hatte. 5 Euro Ersparnis weil ich noch eben am Geldautomaten war.

So ganz alleine kommt man sich irgendwie aber doch recht komisch vor, wenn man sich in einer großen Menschenmenge nach vorne drängt. Was macht man also? Man geht bis da, wo man bequem hinkommt und wartet. Dann kam Olli (oder Oli?). Er drängte sich an mir vorbei und ich hängte mich an seine Fersen. Einfach mal hinterher. Ein Glücksgriff. Er ging zu zwei weiteren Leutchen und denen fiel es sofort auf, dass ihm jemand gefolgt war. Uuups ;) Asyl für ein Konzert und noch ein wenig Gesellschaft im Anschluss.

Das Warten auf das eigentliche Objekt unserer Begierde – Mono Inc. – gestaltete sich nun dank Marina (die Dame in der Dreiergruppe) deutlich kurzweiliger. Frauen können sich mit Lästerei eben die Zeit am leichtesten vertreiben.
Da war zum Beispiel der Sänger der Vorband. Ganz offensichtlich hatte selbst er verstanden, dass nicht er der Star seiner Band war, sondern der Gitarrist. Dieser überzeugte uns mit einem gelungenen „Bottleneck-Solo“ und der Abwandlung seiner E-Gitarre in ein Schlaginstrument, dass man auch mit Drumsticks spielen kann. Währenddessen machte sich der Sänger jeweils durch eine in Richtung des langhaarigen Solisten zeigende Heldengeste wirklich zum Affen.

Um ca. 21:10 Uhr war es dann so weit:
Mono Inc. betrat mit einer Abwandlung ihres Songs „Voices of Doom“ als Intro die Bühne. Die Matrix begann zu brodeln. Zwischen den Köpfen vor mir konnte ich immer wieder einen Blick auf Katha Mia erhaschen. Katha Mia. Wunderbare Katha Mia! Kein Mann kann am Schlagzeug eine so gute Figur machen wie sie. Schneewittchen teilt Schläge aus. Aber eben nicht an die sieben Zwerge, sondern voller Begeisterung an ihr Drumset.
Als der Sänger, Martin Engler, nach einer wenige Sekunden dauernden Pause alleine mit einer Akustikgitarre auf die Bühne zurück kam, kochte die Menge. Er erzählte vom Liebeskummer, von Wodka der uns davon abhält ins Bett zu gehen und dann auch davon wieder aufzustehen. Davon, dass sich ein Liebespaar nicht in Freundschaft trennt. Und sang „Life Hates  You“. Ganz alleine. Nur mit seiner Gitarre. Und noch mehr Lieder über die Höhen und Tiefen der Liebe.
Diese kleine Akustik-Set wurde abgeschlossen durch „The Passenger“. Das war schon beim Amphi der Wahnsinn, aber in der Matrix funktionierte es so richtig!

La La La La LaLaLaLa, La La La La LaLaLaLa, La La La La LaLaLaLa LaLa

Mittlerweile kämpfte Marina mit ihrer Begeisterung und der Mähne ihres Vordermanns. Kein Stern der Herr.

Der absolute Höhepunkt war IHR Solo. Katha Mia. Wunderbare Katha Mia. Zuerst ganz alleine am Schlagzeug, dann ganz alleine an einer einzelnen „Trommel“ und wieder an ihrem Schlagzeug. Während der Gitarrist der Vorband mit einem Drumstick auf seine Gitarre einschlug, drehte sie den Spieß um. Ließ die Drumsticks einfach weg und bezauberte uns indem sie mit ihren bloßen Händen die tollsten Rhythmen zauberte. Interaktive Soli könnte man das nennen:

Als Mono Inc. irgendwann nach zwei heißen Stunden als allerletzte Zugabe, wie auch beim Amphi, „Get Some Sleep“ spielte, war ich absolut überhitzt, nass geschwitzt und unglaublich froh da gewesen zu sein!