Kreativ sein

Bei den meisten Leuten bedingt der Drang ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen die Werkzeuge. Sie haben Ideen und kaufen sich dafür entsprechende Rohmaterialien wie Steine, Stifte, Papier, Stoffe, Wolle, …

Bei mir ist das anders. Ich finde z.B. eine Wolle toll. Sockenwolle in Hundertwasserfarben. Dann möchte ich daraus Socken stricken. Oder ich finde die Copics-Marker klasse, mit denen ja z.B. auch Frauenfuss ihre grandiosen Bilder malt. Damit möchte ich dann auch etwas malen. Also her mit den Dingern und ab ans Kritzeln. Unterrichtsmitschriften werden dann mit kleinen Büchern, Tempeln, Ranken, Sonnen, Wellen, Nieren, Augen, … verziert. Oder vorhandene Bilder auf Kopien ausgemalt.

Dieses Verhalten habe ich schon vor Jahren an den Tag gelegt:
5. Klasse: Stabilos in allen Farben bereichern die Federmäppchen meiner Mitschülerinnen. Ich will auch! Wozu? Wird sich dann später zeigen. Entstanden sind etliche karierte Blätter mit aufwändigen Umrandungen. Hauptsächlich aus feinen, geraden Linien bestehend.
9. Klasse: Kunstunterricht. Punks malen. Mit Wasserfarben. Und eine Wand mit buntem Graffiti dahinter. Katrin hat diese wirklich schönen Buntstifte. Runder Querschnitt, kräftige Farben, verwischen nicht. Brauche ich auch. Und der Verwendungdzweck steht ja schon fest. Es waren die guten Polychromos vor Faber Castell. Habe ich heute noch. Sind aber kürzer geworden. Deutlich.

Jetzt sollte ich wohl auch außerhalb der Schule malen. Sonst werden die neuen Marker alt. Und gerade gestern haben sie sich ja noch vermehrt. Wunschzettel bei Amazon, Weihnachten, Mutter, Geschenke und so. Jetzt sogar mit passendem Papier. Das hat nichts mit Krankenpflege zu tun. 4 kleine Bildchen sind bereits auf dem Deckblatt entstanden. 3 davon stammen aus meiner Hand.

Sehen wir was folgt.

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Profitieren vom web 2.0

Gestern musste ich in meinem icq-log folgende Zeilen lesen:

Du bist voll die Web2.0 Tante geworden
;)
Stylisch
Ich bin gespannt, wo es Dich noch hintreiben wird :=)

Sowas schreibt mein Freund. Wir haben uns dann darüber unterhalten, dass ich vermutlich irgendwann vom einen auf den anderen Tag einfach komplett inaktiv sein werde. Dass mir das web 2.0 nichts bringt, gar nichts, ist mir ja schon längst bewusst. Da ich meine Identität im Internet nicht so wirklich offen preisgebe, entstehen also auch keine  Bekannt- und Freundschaften bzw. sonstigen Kontakte. Finanziell springt auch nichts raus. Irgendwelches soziales Ansehen? Da schadet mir meine Ehrlichkeit und Offenheit eher! Ich habe einfach keinen Nutzen von Twitter, meinem Blog und den anderen Web-Aktivitäten.

Es gibt sicher zahlreiche Personen, die aus dem ganzen Zeugs einen Nutzen ziehen, einige Beispiele:

  • haekelschwein: Die Nachfrage ist seit Twitter sicher enorm gestiegen – bei über 4000 Followern hat sicher der ein oder andere ein haekelschwein gekauft. Ich selbst ja schließlich auch. Wobei ich kannte es vorher schon: Als mein Freund und ich uns vor mehr als 2 Jahren kennen gelernt haben, wohnte schon eins in seinem Büro, da war die Pflegeanweisung noch deutlich größer als jetzt. Und der Druck etwas schlichter.
  • Frauenfuss: Für ihre Arbeit war Twitter vermutlich ebenfalls beste Werbung. Ich bin mir sicher, dass ihre Grafiken jetzt noch deutlich beliebter sind. Zahlreiche Jungautoren hoffen darauf, dass sie ihre Geschichten illustriert und Mia Bernstein hatte bereits dieses Glück.
    Außerdem ist da ihre Aktion „Ich-male-meine-Follower“ mit bisher deutlich über 200 Bildern, die mittlerweile den Sprung vom Internet in das „echte“ Leben geschafft haben. Die erste von 4 Ausstellungen war bereits ein voller Erfolg und lockte viele Twitterer weg vom Computer.
  • wimbauer: Wer Twitter kennt und gerne auch einmal Bücher liest, die nicht mehr aufgelegt werden oder besondere Ausgaben mag, und damit sind nicht nur Erstausgaben sondern auch solche mit Signatur, etc. gemeint, der wird sich wohl jetzt zunächst bei ihm informieren. Jeden Tag berichtet er seinen Followern mindestens 2 Mal , dass er wieder bestellte Bücher verschickt, neue katalogisiert, sie fotografiert, Rechnungen schreibt, etc.
    Dabei muss schon etwas rumkommen, wie sonst könnte er sich jeden Abend eine gute, meist auch teure, Flasche Biowein gönnen?
  • miabernstein: Ohne die mehr oder weniger zufällige Werbung im Internet, wäre es sicher etwas seltener über die Ladentheke bzw. in kleine Amazonpakete gewandert, meine Mutter freut sich auch schon es bald lesen zu dürfen und hat mich neulich erst gefragt: „Was ist denn Twitter?“

Fakt ist:
Ich produziere nichts, ich verkaufe nichts. Bei mir kann also nicht die Nachfrage steigen oder die Möglichkeit irgendetwas zu erwerben bekannter werden.
Es wird auch, wenn ich dann irgendwann verschwinde, wohl kaum jemand meinen Blog oder meine Tweets vermissen. Und wenn doch, dann werde ich es nicht erfahren. Wobei: Wenn ich einfach verschwinde bleiben die ja auch erstmal noch wo sie sind. Wachstum und Veränderung bleiben aus.

Bis dahin texte ich fröhlich weiter. Vom Musik hören und Filme gucken habe ich ja auch nichts und dennoch mache ich beides gerne.

Twitter ist…

Sie hat ein gutes Rezept für ihre Followersammlung gefunden: Michaela von Aichberger, auch bekannt als Frauenfuss.

Schon vor ihrer Aktion #immf (Ich male meine Follower) folgte man ihr gerne. 140 Zeichen mit Witz und Humor zu Themen die irgendwie jeden interessierten oder dem Tag einfach ein kleines Lächeln schenkten sowie, bei mir jedenfalls, neue Wünsche weckten.
Es waren die Bilder ihres Moleskine – vor #immf. Das hier z.B.: Copics

Dann wurde dieses vielleicht einmalige Projekt geboren. Sie zeichnete einen ihrer Follower, haekelschwein, in ihr Notizbuch, ihr Moleskine.

Sie wollte all ihre Follower zeichnen, beginnend bei den neusten. Ein Ding der Unmöglichkeit wie sich schnell herausstellte, denn ihre Zeichnungen sind beindruckend und jeder, der einmal von diesem Projekt erfährt, möchte herausfinden, wie sie den eigenen Auftritt bei Twitter künstlerisch auf einer Doppelseite ihres Moleskine interpretiert. So werden es täglich mehr.

Heute moderiert sie Twitter. Stellt Fragen, fordert ihrer Follower auf zu winken wenn diese planen eine Ausstellung ihrer kleinen Kunstwerke zu besuchen.
„sagt Ihr jetzt einfach mal, was dieses Twitter ist!!“ forderte sie.

Twitter ist…

…wie Mittags auf dem Dorfplatz. (gerdbrunzema)

…kaputt. (HerrTwiggs)

…oft eine gelungene mischung aus dada und gaga. (Poetin)

…das große „Makura no Sōshi“! Das Kopfkissenbuch, in dass wir unsere kleinen Geheimnisse flüstern…(Epitymbidia)

…, was man draus macht. (hedoniker)

…schuld, dass ich soeben mein erstes Buch bei @wimbauer erstanden habe! :-) (Buchkolumne)

…wie s-bahn fahren, nur dass man neben JEDEM sitzt. (pulsiv)

…die virtuelle Umsetzung dieser früher gern im Hausflur stattfindenden oberflächlichen Nachbarschaftgespräche. (SpezNas)

…genau das, was Dir gerade passiert: Fragen stellen & intelligente/lustige Antworten bekommen, die auch andere lesen. (textundblog)

…immer erklaren muessen, wie dieses Twitter funktioniert. (derkOEnig)

was früher „speakers corner“ im hydepark war, heisst jetzt twitter. (herr_wanninger)

TWITTER verbindet Menschen weltweit – egal welcher Hautfarbe,Gesinnung und Religion :-) (fireangel1970)