Mal wieder Facebook…

Dafür, dass meine Abmeldung bei fFacebook bereits 2 Jahre zurückliegt, schreibe ich ganz schön oft darüber. Gerade nämlich schon wieder…

Ich denke immer wieder drüber nach, ob ich mich nicht doch wieder anmelden soll. So wie der Froschkönig. Der hat seinen Account, hat Kontakte, ein Profilbild, macht aber sonst quasi gar nichts. Aber er verpasst eben auch nicht irgendwelche Geburtstagseinladungen, Planungen von irgendwelchen anderen Treffen, dass frühere Freunde heiraten, …

Und dann kommt wieder der Gedanke, dass es doch eigentlich reicht, dass ein Kraken all meine Daten sammelt, für mich mit viel Comfort: Google.
Und wer mich erreichen möchte, der kann das auch. Man kann, mir mailen, mich anrufen, mich sogar besuchen?! Und wer wissen möchte, wann das am besten möglich ist, dem gebe ich gerne auch meinen Dienstplankalender frei…

So ein Mist, diese digitale Abhängigkeit…

Gedanken über Facebook

Am 3.2.2012 habe ich mich bei Facebook abgemeldet. Am 17. wurde mein Account dann tatsächlich „gelöscht“. Fast ein Jahr also.
Die Überlegung dazu war noch viel früher.

Aber irgendwie kam es am 30.12. dazu, dass ich mir vorgenommen habe, dem Kram eventuell doch nochmal eine Chance zu geben:

Wir saßen mit Freunden in einem netten Lokal hier im Ort. Bei leckeren Cocktails. Am Wochenende wohl auch eine Discothek. Jedenfalls hing der alte Partygeruch noch in der Luft.
Den Kellner haben wir dann nach einem Flyer mit Veranstaltungen oder ähnlichem gefragt. Gibt es nicht. Aber wir könnten ja der Facebook-Seite folgen. Da gibt es einen Veranstaltungskalender.

Das war früher anders:

  • viele Clubs hatten ihre eigene Homepage, mit eigenem Design, nicht das einheitliche Blau-Weiß
  • zu speziellen Parties gab es Hochglanzflyer
  • man verabredete sich am Telefon oder bei einem Treffen vorher zu diesen Veranstaltungen
  • Einladungen zu privaten Feten kamen ebenfalls per Telefon oder sogar ganz bedeutungsvoll: Mit der Post!

Heute ist es so, dass ich meine „Mädels“ aufgrund meines Jobs und meines Wohnorts nicht mehr regelmäßig sehe.
Sie melden sich bei mir nicht öfter als ich mich bei ihnen.
Besucht haben sie mich in den letzten 20 Monaten genau ein Mal. Ich war zwar öfter da, aber so wie früher ist das nicht mehr.

Facebook könnte da der Klebstoff sein, der früher in der räumlichen Nähe und den vielen gemeinsamen Aktivitäten bestand.
Man hat Teil am Leben der anderen. Und man kann andere am eigenen Leben teilhaben lassen.

Aber genau das wollte ich doch vor einem Jahr nicht mehr?!

Und die Distanz ist immerhin schon seit 3 Jahren da, die sozialistaionsfeindlichen Arbeitszeiten seit fast 6.
Trotz Facebook war es auch bis vor einem Jahr nicht wirklich anders.

Am 31.03. wird die endgültige Entscheidung getroffen. Aktuell bleibe ich lieber draußen.

 

Mein Gesicht im „Facebook“?

Gestern hatte ich eine kurze Unterhaltung mit meiner Mutter und dem Froschkönig über „soziale Netzwerke“. Nutzen und Vergleiche.
Es kam dazu, weil eine „Freundin aus vergangenen Tagen“, dort über sehr private Dinge berichtet hat. Meine Mutter kennt sie, und hat sie damals auch zum Jugendamt gefahren.
Ich verglich es also mit einer Talkshow, in der sich teilweise auch Menschen tatsächlich mit Geschichten aus ihrem realen, privatesten Privatleben, zum Affen machen. 
Sie verlieren dort einen Teil ihres Gesichts.
Der Froschkönig verglich dann alle „Statusnachrichten“ mit dem Sendeformat „Talkshow“.
Ich poste ein Bild von meinem Rasen. Und warum? Freunde, die ich nicht mehr oft sehe, an meinem Leben teilhaben lassen? So ein Blödsinn. Wenn das jemanden interessieren würde, kämen Fragen danach, Besucher würden sich ankündigen. Man würde telefonieren. Es ist tatsächlich eher mein Beitrag zur Talkshow – hoffentlich weniger peinlich.

Facebook macht irgendwie sehr passiv. Man ruft Freunde nicht mehr an um zu hören was es neues gibt, geht nicht mehr vorbei um die neue Frisur zu sehen. Heute loggt man sich bei Facebook ein. Da kann man die Informationen ausschalten, für die man sich nicht interessiert. Ich erkundige mich nicht, ich werde vom Rest einfach überflutet:
Eine ehemalige Mitschülerin hat geheiratet. Und einen Sohn hat sie. Er ist ihr wie aus dem Gesicht geschnitten. Zum Ende unserer Schulzeit waren wir ziemlich zerstritten. Ich käme nie auf die Idee, sie anzurufen oder zu besuchen. Und durch diese Informationen fühle ich mich kein bisschen besser oder schlechter. Nutzloses Wissen im Grunde.
Eine andere hat eine neue Wohnung, mit toller Aussicht. Wir waren nicht zerstritten, und dennoch teilen wir kaum noch Interessen, der Kontakt ist abgebrochen und auch Facebook wird ihn nicht wiederherstellen. Ich habe kein Bedürfnis sie zu besuchen oder anzurufen.
Ab und zu veröffentlichen diejenigen, zu denen noch Kontakt im richtigen Leben besteht, nette Bilder. Und jetzt frage ich mich, ob ich das nicht auch sehen würde, wenn ich dieses „soziale Netzwerk“ nicht nutzen würde. Vermutlich schon. Bei Geburtstagsfeiern oder auch einfach mal bei einer Kanne Tee.
Doch da sind auch noch die Parties. Es ist einfach toll, frühzeitig zu erfahren, welche Party wann und wo statt findet. Und auch gleich Mitfahrgelegenheiten absprechen zu können. Wer kommt ist auch – unverbindlich – schon geklärt. Aber eigentlich kann ich das auch so. Ich habe schließlich Telefonnummern von Freunden. Reicht doch.

Ein anderer Aspekt, der in unserem Gespräch gestern genannt wurde, war Nutzen.
DJs, die für ihre Parties werben, Künstler für ihre Arbeit. Wie bei Twitter. Doch Twitter nutze ich noch, obwohl mit ähnliche Gedanken auch dazu schon durch den Kopf gegangen sind. Stefan erinnert an seinen Pflanzenhandel, Kerstin bringt ihre Bilder ins Gespräch, Horn sucht nach Gästen seiner Parties.
Ja, sie haben einen Nutzen, und hätten ihn nicht, ohne all diejenigen, die einfach nur konsumieren, Gäste in der Talkshow sind. Und sie tragen die kostenlosen Werbeblöcke bei. Wie auch bei Talkshows ist es weder der Zuschauer, noch der Gast, der profitiert, sondern die Werbenden. Und die Plattform dahinter.

So ein Blog ist für mich etwas anderes. Selten einfach unvollendete Gedanken. Nichts, das andere nur berieselt, sondern Unterhaltung, die man aufsuchen muss, nicht lediglich „durchscrollen“ und schon hat man ein umfassendes Bild von den Erlebnissen einiger „Bekannter“. Hier entsteht etwas. Für mich nützlich, weil Gelegenheit zu reflektieren, Wahrnehmung zu schärfen.
Und für andere?

Ich glaube ich hab genug. Ich möchte wieder mehr Aktivität zeigen. Vor allen Dingen selbst leben, nicht die Leben anderer konsumieren ohne ein Teil davon zu sein. Ich mache mich wieder auf die Suche nach qualitativ hochwertigen Informationen. Gut recherchierten Blogs und schön gestalteten Internetseiten, auf denen sich Künstler in angemessenem Rahmen präsentieren.

Und meine Freunde lade ich in mein Leben ein.