Projekt „Gothic Friday“ – August: Alien fliegt zu Gott?

Im April fragten die Initiatoren nach den 5 liebsten Filmen. Bei mir war es alles andere als eine „Klischee-Gothic-Mischung“, wenn man „Interview mit einem Vampir“ aus der Girlieperspektive betrachtet jedenfalls. Im August fragen ShanDark und Rober nach den 5 bedeutendsten Büchern. Hier wird meine Zusammenstellung wohl wieder weit weg von jedem Klischee landen.

Doch vermutlich wird meine Sammlung, mit vielen anderen Berichten zusammen, zeigen dass das Klischee von Hexenbüchern und Vampirgeschichten nicht wirklich viel mit der Realität zu tun hat. Obwohl ich sie tatsächlich gerne lese und zumeist verschlinge – zu den „Top 5“ gehören sie nicht.

Platz 5 – Die Bibel
Die "heilige Schrift" meiner Oma

Vor etwa 10 Jahren habe ich meiner Oma erzählt, dass ich sie gerne komplett lesen möchte. Frei nach dem Motto

Kenne deinen Feind!

Das Buch ist langweilig, gelesen habe ich sie nicht vollständig und wer bitte glaubt denn daran, dass Sätze wie

…und lebte danach 378 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

stimmen können?
Mir gefällt sie eindeutig nicht aufgrund der Handlung oder der spannenden Erzählweise. Es ist eher genau MEINE Bibel, die mir besonders gefällt:

  1. Sie hat meiner Oma gehört.
  2. Sie hat so filligrane Seiten.
  3. Sie ist in „Fraktur“ gedruckt. Eher bekannt als altdeutsche Schrift. Die, in der das s so fast aussieht wie das heutige f.

4. Platz – The Host (Stephenie Meyer)
"Seelen"

Hier könnte auch die „Twilight Saga“ stehen. Diese 4 Bücher, von denen jeder schon gehört hat. Die eine Hälfte hat sie gelesen und schwärmt davon, die andere boykottiert sie.
„The Host“ ist ein anderes Buch der gleichen Autorin. Ohne Vampire. Die Liebesgeschicte nicht ganz so vordergründig.
Vergleicht man den engschlischen Titel mit dem deutschen Titel, wird eigentlich schon der Kernaspekt der Geschichte deutlich. Es gibt zwei Protagonistinnen, die eine ist „the host – der Wirt“ und die andere ist eine der „Seelen“, parasitären Aliens. Sie kämpfen regelrecht um den Körper und somit um die Möglichkeit zu lieben.
Das Buch habe ich gerade verliehen, daher dieses Bild, wer das Buch gelesen hat, versteht den Zusammenhang ;)

3. Platz – Die Tribute von Panem (Suzanne Collins)
Dritter Band

Die drei von mir zuletzt gelesenen Jugendbücher. So fesselnd, dass ich seit 4 Tagen einen qualvollen Sonnenbrand an meinen Beinen habe. Das erste Buch hat mich direkt in seinen Bann gezogen. Die Geschichte spielt in den „ehemaligen“, durch Naturkatastrophen und die Maßlosigkeit der Menschen zerstörten, Vereinigten Staaten. Die Aufteilung von Macht, Ressourcen und Genuss zeugt von unglaublicher Ungerechtigkeit. Nach einem Aufstand der „arbeitenden Bevölkerung“ haben die Machthaber, zur Erinnerung an die Zerstörung während der Rebellionen und die Schwäche der Aufständigen, die „Hungerspiele“ eingeführt. Bei den Hungerspielen müssen sich Jahr für Jahr 24 Jugendliche bis auf den Tod bekämpfen. Doch im ersten band, gelingt es einer Teilnehmerin, die Machthaber zu überlisten, was für sie im folgenden Band schwerste Folgen hat.
Suzanne Collins erzählt die Geschichte von Abhängikeit und Revolution, von Erfolg und Trauer, von Verzweiflung so spannend, dass ich kaum mehr dazu schreiben kann.

Eine absolute Leseempfehlung! Und wenn man die Unruhen z.B. in Ägypten betrachtet auch sehr aktuell…

2. Platz – Demian (Hermann Hesse)
Der Vogel kämpft sich aus dem Ei

DAS Buch schlechthin. Erwähnt habe ich es schon im März und es dort als das prägendste Buch bezeichnet, das ich je gelesen habe. Und so ist es.
Emil Sinclair. Der Junge aus gutem Hause, der in seiner kindlichen Naivität und dem Wunsch nach Anerkennung, von einem älteren Jungen unter Druck setzen lässt. Dadurch spaltet sich seine Auffassung vom Leben in die von zwei „Welten“. Eine lichte, warme, saubere und eine dunkle, böse, verbotene Welt. Im Verlauf des Buches zieht es ihn immer wieder von einer zur anderen Seite. Demian ist ein Freund, der alte Interpretationen immer wieder in Frage stellt, der Emil unterstützt den eigenen Weg zu finden und auf sich selbst zu hören.
Und so ist dieses Buch auch für jeden Leser ein Leitfaden, einer, der sich selbst in Frage stellt und nicht einfach Anweisungen gibt.

1. Platz – Siddhartha. Eine indische Dichtung (Hermann Hesse)
Eine indische Dichtung

Eigentlich wird hier – wie bei  Demian – die Entwicklung eines Menschen beschrieben. Von einem gebildeten jungen Mann, der Teil einer Gemeinschaft ist, hin zum „Erleuchteten“. Es ist sprachlich einfach wundervoll. Wie gemalt. Aber nicht so überladen und kitschig wie die indischen Schriften. Siddhartha ist leicht und vollkommen.
Wenn eins nach dem Lesen klar ist, dann dass Hesse selbst erleuchtet war.

Projekt „Gothic Friday“ – Juli: Krähen in schwarzen Spiralen

Symbol und Sinnbild – dieses Thema geben Robert und ShanDark diesen Monat für den GothicFriday vor.

In meinem Blogeintrag soll ich also nun diesen Monat versuchen, ein Symbol zu erläutern, das für mich eine bestimmte Bedeutung hat, oder eine allgemein bekannte Bedeutung, die der Grund dafür sein könnte, dass ausgerechnet dieses Symbol mich anzieht.

Schon die Farbe schwarz könnte ein solches Symbol sein. Ist es für mich jedoch nicht. Ich bin ein nachdenklicher Mensch, teilweise auch melancholisch, werde von vielen als sehr „ernst“ beschrieben. Aber für mich drückt sich dies nicht in der Farbe meiner Kleidung aus, sondern ist Bestandteil meiner Persönlichkeit. Auch wenn ich blaue Jeans, ein rotes Feinrippshirt oder sogar einen pinken Faltenrock oder trage bin ich dieser Mensch.
Und doch trage ich oft und gerne schwarz, weil ich es schön finde. Dazu auch noch praktisch. Passt immer, verfärbt nicht in der Waschmaschine.
Kein Symbolcharakter für mich.

Pentagramme, Thorhammer, Keltische Kreuze, … mit all dem habe ich mich zwar beschäftigt, bin  aber wohl insgesamt zu wenig religiös und spirituell, als dass ich mir ein solches Symbol auf die Fahne schreiben würde.

Aber ich mag Spiralen. Dieses irgendwie vollkommen runde, und dennoch irgendwie interessante, spannungsvolle. Sie hat einen Anfang und ein Ende, die Länge ist aber nicht einfach zu sehen. Und sie hat etwas dramatisches. Die immer engeren Windungen und doch berühren sich die einzelnen Linien nicht. Für mich bedeuten sie so etwas wie das Leben an sich. Ich habe darüber nie großartig nachgedacht und mich nicht wirklich darüber informiert – bis gerade. Und ich stelle fest, dass sie sowohl im Christentum, als auch in keltischen Ornamenten von Bedeutung ist. Teilweise hat sie etwa die Bedeutung, die sie für mich hat, teilweise driften die Beschreibungen aber auch bis zur Einheit von Natur und Wissenschaft ab. Weil so viele Naturphänomene in mathematischen Formeln abgebildet irgendwie eine spiralförmige Grafik ergeben. Auch die Vielzahl von mathematischen Formeln für Spiralen finde ich beeindruckend. Wirklich interessant. Ich mag sie weiterhin und ergänze vielleicht, nach intensiverer Recherche und Beurteilung der Quellen, auch für mich noch ihre Bedeutung.

Dann ist da noch etwas, das mich beschäftigt, mich begleitet. Vögel. Schwarze Vögel.
Sie symbolisieren für mich so etwas wie Freiheit und Unabhängigkeit. Aber auch Klugheit.
Warum Freiheit ist wohl jedem klar. Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich schon im Kindergarten mit einem anderen Mädchen „Flügel gebastelt habe“. Eingeschnittenes und dadurch schön flatterndes Papier. Wir sind dann mit Flügelschlagbewegungen über die Wiese gelaufen. Wir wollten einfach frei sein wie ein Vogel.
Davon abgesehen, dass Krähen und Raben laut Wikipedia in der Mythologie als intelligent gelten, fällt mir bei der Autofahrt immer wieder auf, wie nah sich diese Tierchen am fließenden Verkehr der Autobahnen aufhalten, und doch fliegen sie nicht direkt vor’s Auto. Und wenn sie mitten auf einer Landstraße sitzen und sich ein Auto nähert – auch auf der anderen Fahrspur – fliegen sie in die richtige Richtung weg, auf kürzestem Weg. Nicht so Tauben. Vor kurzem habe ich erleben dürfen, wie das Auto vor mir eine Taube erwischt hat. Alles war voll mit Federn. Widerlich.
Seit zwei bis drei Jahren spiele ich auch mit dem Gedanken, mir einen Krähenschwarm auf den Rücken tätowieren zu lassen.

Für mich würde ich also Krähen/Raben und Spiralen als Symbole bezeichnen. Und zumindest Spiralen trage ich auch als Schmuck, Federn eher seltener, wenn dann in Form von Ohrschmuck und seit dem letzten Amphi auch als „Kragen“:

Projekt „Gothic Friday“ – Juni: Zu viele Konzerte sind zu schön, um sich auf eins festzulegen!

Der Tod des Internets ist magentafarben. Aber dazu irgendwann in einem eigenen Artikel mehr. Jetzt gerade habe ich einiges nachzuholen, fange ich einfach mal hinten an. Mit dem Gothic Friday #6 – Mein schönstes Live-Erlebnis.

Ganz subjektiv empfunden, war ich erst bei recht wenigen Konzerten. Neben meinen Festivalerlebnissen besteht meine „Live-Erfahrung“ aus einem peinlichen Event vor etwa 12 Jahren, einigen winzigen Veranstaltungen in irgendwelchen Jugendeinrichtungen, zwei Combichrist-Konzerten (2007 und 2009) und dem bereits hier erwähnten Mono-Inc.-Auftritt 2010. Beinahe wäre da noch ein Eric-Fish Konzert in Bochum hinzugekommen. Allein schon durch die Location  – eine Kirche – hätte dies wohl einen besonderen Stellenwert bekommen.

Und obwohl meine Erfahrung hier eher gering ist, gibt es nicht das eine, alles andere überragende, in den Schatten stellende Erlebnis. Es gibt viele, die alle durch bestimmte Umstände einmalig waren.

Ich lasse Rock am Ring komplett weg, obwohl da einige Perlen bei waren, so. z.B. Depeche Mode, Metallica, Bela B., …

2008 – Amphi-Festival zusammen mit Cersten und meinem „Mentor“ dem Antiheld: Mein persönliches Highlight war in diesem Jahr And One. Ich mag Elektroschlager!!! Das Wetter war perfekt, die Gesellschaft ebenfalls und die Laune war ganz oben. Als sie Military Fashion Show spielten konnte das ganze Wochenende nicht mehr besser werden!

2009 habe ich Mono Inc. entdeckt. Ein Zufallsfund. Wir sind einfach schonmal zur Hauptbühne, als sie dort anfingen zu spielen. Bei „Get Some Sleep“ war es um mich geschehen. Ich war Katha Mia verfallen. Dieses Konzert ist nicht mit dem späteren Auftritt in der Matrix vergleichbar, da hatte ich Erwartungen. An diesem Sonntag war ich einfach überwältigt.

Im Dezember des gleichen Jahres war ich in Köln bei Combichrist. Irgendwie zeichnen sich diese Konzerte nicht durch die Musik aus. Sie werden erst danach zu etwas Einmaligem. Die Essigfabrik war leer, es war kalt und ungemütlich. Die Show an sich unterschied sich nicht wirklich von der beim Amphi im Jahr zuvor. Einzig mein Blick hatte sich verändert. Ich war fasziniert davon, dass Joe Letz am Schlagzeug tatsächlich nur Socken trug.
 Und dank eines Aachener DJs kam ich erneut in den Backstage-Bereich und konnte Joe um etwas bitten. Eine Woche später, in Bochum, gab es dann das Ergebnis: Der „Mentor“ durfte vor dem Konzert auf seinem Schlagzeug spielen:

Und während ich das hier so schreibe, und an die Texte der anderen Gothic-Friday-Autoren denke, wird mir klar:
Ich muss Mitte Juli nach Köln! Ich habe da frei, verdammt!

Projekt „Gothic Friday“ – April: Vampir reist nach Las Vegas?

Morgen ist er wieder, der dritte Freitag im Monat. Und auch wenn meine Internetnutzung derzeit so gering ist, wie wohl seit 10 Jahren nicht mehr – da hatte ich noch ein 56k-Modem und musste für jede Minute blechen – möchte ich es mir doch nicht nehmen lassen auch diesen Monat am Gothic Friday teilzunehmen.

Shan Dark und Spontis stellen uns mit ihrem Thema „Top of the Goth“ vor die Wahl.
5 empfehlenswerte Filme (für jede schwarze Seele) oder 5 musikalische Coverversionen.

Bei mir gibt es eindeutig die Filme. Filme, die ich nicht nur jeder schwarzen Seele ans Herz legen würde, sondern einfach jedem. Die Reihenfolge ist hierbei zufällig nochmal gemischt, alle 5 sind so unterschiedlich, dass sie nicht vergleichbar und somit auch nicht in eine Rangfolge zu pressen sind.

The Big Lebowski
Bowling, White Russian, ein Teppich, grüner Nagellack und Asche im Wind. Und das Stroh nicht zu vergessen.

Interview mit einem Vampir
Die langen blonden Haare an Tom Cruise finde ich zwar wirklich hässlich, aber der Film ist  klasse.
Die Liebe eines Untoten zur Vergänglichkeit des Lebens, der Wunsch der kleinen Vampirin zu altern, die Bemühungen in einer Welt voller Leben nicht aufzufallen.
Und die Rolling Stones in der letzten Szene.

Italian Job
Meisterdiebe sind toll. Egal ob „Verlockende Falle“ oder die „Oceans“-Filme. Ich mag sie alle.
Aber nur in diesem einen Film spielt mein Traumauto eine absolute Hauptrolle und beglückt dadurch mit einer wundervollen Verfolgungsjagd, die nur durch den alten Mini in „Bourne Identity“ Konkurrenz bekommt.

Butterfly Effekt
Wenn du die Vergangenheit ändern könntest um in der Zukunft jemanden zu beschützen, den du liebst, was würdest du tun?
Hier könnte wohl auch Donnie Darko stehen, ein Film in dem ich bei jedem Ansehen neue Details entdecke. Und den Soundtrack liebe. Doch Butterfly Effekt hat mich durch die Art der Zeitreisen wirklich begeistert. Jede kleinste Tat kann die Zukunft maßgeblich verändern.
Logikbrüche tun ihm nicht weh, sind aber vorhanden. Natürlich. Schließlich geht es hier um Zeitreisen!

Four Rooms
Hierzu kann ich wohl nur sagen, dass bei diesem Episodenfilm Tarantino und Rodriguez am Werk waren. Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn.

Projekt „Gothic Friday“ – März: Konsumentin des „schwarzen Fächers“

Auch dieses Mal regen Robert und ShanDark die Teilnehmer ihres Blog Projektes dazu an, sich intensiv mit ihrer Verbindung zur „schwarzen Szene“ auseinander zu setzen. Nachdem es im letzten Monat um unsere Beziehung zur Musik ging – und das war schon eine harte Nuss – geht es nun um Passionen.

Diese Aufgabe ist so ganz und gar das Gegenstück zu dem „musikalischen Fragebogen“. Dort hatten wir alle unseren Leitfaden. Man wusste einfach wo man anfangen sollte.
Dieses Mal ist alles so verschwommen. Ich sitze vor einem leeren Bildschirm und bin ratlos. Passion, Leidenschaft. War nicht Musik schon Leidenschaft?

Irgendwie vermittelt der Auftaktartikel eine gewisse Erwartung eigene Produkte der Leidenschaft zu präsentieren.
Nun gehöre ich wohl nicht gerade zu den produktiven Anhängern der schwarzen Szene. Ich konsumiere sie. Mit Haut und Haar.

Ich könnte Musik machen. Könnte singen, Lieder schreiben. Instrumente spielen. Doch all das kann ich nicht. Ich liebe Musik. Ich genieße sie. Ich brauche sie. Und ich verehre sie.

Ich könnte meinen Traum leben und tatsächlich ein Buch schreiben. Der erste Versuch vor mehr als 10 Jahren sollte eine Gruselgeschichte werden. Morbide und sumpfig. Sie ist nie über 11 Seiten hinausgekommen. Statt dessen lese ich Bücher. Gibt man mir eins in die Hände, dauert es etwa 2 Tage und schon sind sämtliche Vampir-, Zauberer- und Hexengeschichten verschlungen.
Doch kein Buch hat mich jemals so geprägt, wie Hesses „Demian“.

Der Vogel kämpft sich aus dem Ei.
Das Ei ist die Welt.
Wer geboren werden will, muß eine Welt zerstören.
Der Vogel fliegt zu Gott.
Der Gott heißt Abraxas.

Über dieses Zitat komme ich auch zur Kunst. Ich könnte Bilder malen. Mit dicken Pinseln auf grober Leinwand. Sie wären wohl hauptsächlich rot, schwarz und weiß. Die schönste Farbkombination überhaupt. Aber auch hier bin ich eher Liebhaber. Das Zitat von oben wird für mich in diesem Bild verkörpert:

Leider kenne ich weder den Künstler, noch den Titel des Bildes.

Tatsächlich fotografiere ich gerne. Zwar habe ich eventuell ein ganz gutes Auge für eine gute Bildaufteilung – es gibt jedenfalls genügend Menschen, die dies behaupten –  jedoch fehlt das technische Talent und die Kreativität diesen Blick mit guten Motiven zu füllen und tolle Bilder daraus zu machen. Andere können das. Die Fotogräfin Elster zum Beispiel. Ihre Bilder sind unglaublich abwechslungsreich. Längst sind nicht alle Bilder „typisch schwarz“. Doch sie tragen alle ihre ganz eigene Handschrift, die ich so sehr mag:

Von verspielt bunt

über märchenhaft schön

bis hin zur düsteren Endzeitstimmung

Bei mir ist die Passion weniger etwas, dass sich an Ergebnissen messen lässt. Sie lässt sich auch nicht beschreiben. Aber ich kann diese Leidenschaft spüren. Sie beeinflusst meine Wahrnehmung, sie steuert mein Denken. Sie ist allgegenwärtig.

Und so konsumiere ich weiter. Mit Leidenschaft.

Projekt „Gothic Friday“ – Februar: Musik und Leidenschaft

Puhhhh… der GothicFriday im Februar hat mir einen wirklich langen Beitrag abgerungen. Jetzt freue ich mich auf die Antworten der anderen.

Was bedeutet Musik für Dich? Wie wich­tig ist sie Dir?

Musik hat für mich mindestens zwei Bedeutungen. Zum einen ist sie Ausdruck meiner Stimmung, meiner Situation, meiner Gefühle, meiner Wünsche, Träume… und zum anderen beeinflusst sie mich, meine Taten und meine Emotionen.
Eine dritte Bedeutung wäre wohl die einer Gedächtnisstütze. Immer wieder erinnern mich Lieder an bestimmte Situationen oder an einzelne Menschen. Beim Durchsehen meiner Musiksammlung ist mir aufgefallen, dass genau diese Lieder meistens „szenefremd“ sind. Woran das liegt ist jedoch klar: Ich bin 26 und erst seit etwa 4 Jahren „in der Szene“. Da wäre z.B. das Lied „For You“ von den Disco Boys. Zu Studienbeginn, lief dieses Lied auf jeder verdammten Studentenparty. Oder „Bitch“ von Meredith Brooks. Hierbei muss ich jedes Mal an die ersten Mädels-Sauf-Abende mit Sambuca und Desperados denken. Katrin war da wohl 15 oder 16… Ein Beispiel aus der „Szene“ wäre dann Soilbleed von Grendel. Dabei kommt mir unweigerlich der Satz „Du hast ’nen Fetisch“ vom Amphi 2008 in den Sinn.

Wel­che Rich­tun­gen »schwar­zer Musik« hörst du? Nenne ein Bei­spiel, das für Dich deine Bedeu­tung des Genre am bes­ten wie­der­gibt.

Bei dieser Frage steigt in mir Unsicherheit auf, ob ich überhaupt „schwarze Musik“ höre… aber ja, ich höre sie.
Absolut genretypische Beispiele kommen jetzt nicht, aber Beispiele für das, was ich aus diesem Genre mag und auch benenn kann.
Zu meinen Lieblingen aus dem Bereich DarkWave gehören seit meiner Kellnerzeit Dead Can Dance. Einer der Stammgäste ist irgendwann auf die Idee gekommen mir einen ganzen Stapel CDs mitzubringen. Darunter neben zahlreichen Neubauten-Alben sowie einem von Ministry eben auch Dead Can Dance.
Depeche Mode ist doch noch irgendwie Wave oder gibt es vielleicht sowas wie SynthieWave?
And One, meine Festivallieblinge, hören bei mir auf den freundlichen Namen „Elektroschlager“.
Dann wäre da noch DarkRock, wozu ich Mono Inc. zähle. ASP lässt sich hier vielleicht auch einordnen. Ist ja schon irgendwie rockig.
Außerdem bin ich ein großer Freund des Aggrotech, was ja heute komplett unter den Namen Industrial fällt, also Combichrist, Angelspit, Nachtmahr, Grendel und Co., wobei ich mich mit Noise dann eher so gar nicht anfreunden kann und Agonoize aus Prinzip nicht mag. Ich steh auf diese düstere, agressive Endzeitstimmung, die von dieser Musik ausströmt. Genau diese Stimmung hat mich früher auch an den Diskotheken in Blade und Matrix fasziniert.

Und da Rammstein von der schwarzen Szene ebenfalls beansprucht wird, gehört wohl auch die Neue deutsche Härte zu meinen bevorzugten Genres. Für mich war das eigentlich immer Metal…

Wie wür­dest deine musi­ka­li­sche Lauf­bahn beschrei­ben? Über wel­che Rich­tung der Musik bist Du in die Szene gekom­men, wel­che hast hin­zu­ge­won­nen, wel­chen hast du abge­schwo­ren und was hörst du heute?

Angefangen hat alles mit Metallica. Wobei ich das in der Grundschule noch nicht selbst gehört habe, aber geprägt hat es mich wohl ;) Außerdem gab es Rammstein, andauernd lief dieses tolle Lied im Fernsehen, im Musikvideo waren kleine Mädchen im Käfig – Engel.
Ein anderes, wirklich faszinierendesVideo war das, von diesem Verrückten der wild durch eine Tunnelröhre hüpft. Ich saß vor dem Fernseher und musste mir das einfach ansehen und anhören.

Und dann verirrte ich mich. Ein bisschen Pop (Janet Jackson und andere, über die ich nicht schreiben werde obwohl ich sogar ein Konzert besucht habe) fesselte mich für ein jahr oder auch zwei. Kurz darauf dann, weil es alle coolen Leute hörten – wir waren wohl 14 oder so – fand ich PunkRock total super. Bis ich anfing zu Parties und in Diskotheken zu gehen. Da kam dazu dann Dance. Diese tolle Musik, bei der etwas Bass, eine einschlägige Melodie und ein bisschen harmonischer Frauengesang, alternativ ein alter Klassiker, zu einem Lied vermischt werden. Ein neueres Beispiel:

2003 kam ich dann selbst endlich zum Metal. Ich liebte Metallica, Motörhead, Iron Maiden, Korn, Manson, … und in der guten alten Rockfabrik habe ich mich gefreut, wenn der DJ gegen 1 Uhr einen kurzen Ausflug zu Prodigy und den Chemical Brothers machte. Außerdem besuchte ich Mittelaltermärkte, feierte Halloween auf Burg Satzvey und fand die Musik von In Extremo, Schandmaul und ähnlichen Künstlern einfach super.
Mein erstes Festival besuchte ich mit 21 – Rock am Ring  – und ich war glücklich. Dort habe ich dann auch Marilyn Manson, Depeche Mode, Metallica,Korn, In Extremo (mit kurzem Stromausfall), Schandmaul und Apocalyptica live gesehen. War schon eine tolle Zeit mit den blauen Flecken nach dem Nightlife.
Irgendwann lernte ich dann den „Antihelden“ kennen und kam so zu Das ich und Combichrist. Und von da ging die Reise dann weiter, erstmal via YouTube und LastFM, dann über ein kleines Combichristkonzert und schließlich in den Clubs. Schöne Parties sind das. Und auch wenn mindestens ein DJ in meinem ersten Beitrag zu diesem Projekt eher schlecht weggekommen ist: Ich mag diese kleinen schwarzen Veranstaltungen. Die Musik ist toll und mittlerweile kenne ich dort so viele nette Leute, dass mir die paar Zicken mit ihren dummen Sprüchen einfach egal sind. Ich fühle mich dort wohl.
Komplett abgeschworen habe ich in all den Jahren vermutlich nichts. In der richtigen Gesellschaft – und dazu zählen dann die Freunde, die ich auf meinem langen Weg zur Schwarzen Szene gefunden habe – kann ich zumindest zu jeder Musik feiern. Ich habe lediglich die Favoriten neu verteilt.

Wie und wo hörst du Musik am liebs­ten?

Da gibt es kein allgemein gültiges Rezept. Es kommt sowohl auf meine Stimmung, als auch auf die Musik an. Dead Can Dance genieße ich z.B. am Liebsten mit grünem Tee, sitzend im Wohnzimmer. Mono Inc. gefällt mir live am besten. Warum wird wohl in meinem letzten Konzertbericht besonders deutlich. Combichrist und Konsorten gehören in den Club, denn dazu muss getanzt werden!
 Und alles passt in mein Auto – die entsprechende Laune vorausgesetzt. Auch laut über die Anlage im Wohnzimmer oder die kleinen Soundsticks im Büro ist super. Wenn ich nicht alleine bin ist die Kombination aus Sennis, MacBook und iPhone mit Remote genau das Richtige.

Wel­che Musik hörst du außer­halb der typi­schen dunk­len Musik noch?

Alles, was ich auf meinem Weg zur typisch dunklen Musik entdeckt habe und bald auch wieder Karnevalsmusik. Ich liebe diesen Brauch.
Außerdem bin ich 2009 auf eine Nachwuchsband aufmerksam geworden während ich für die Festivalbesucher Bier zapfte. Wir haben unser kleiner Bitburgerkarussel l beben lassen. Wikipedia sagt dazu Electrocore, hört selbst was His Statue Falls für eine bizarre Musikkombination produzieren:

Mal ange­nom­men, Du könn­test ein Instru­ment spie­len, hät­test eine tolle Stimme und wür­dest zusam­men mit Freun­den eine Band grün­den. Wel­che Rolle in der Band wäre Deine?

Wenn ich eins davon könnte, dann wäre das Bass spielen. So ein Ding würde mir jedenfalls gut stehen. Und vermutlich wären wir eine Metal Band…

Nenne 5 dei­ner Alben die für Dich unver­zicht­bar mit Szene ver­bun­den sind.

„Unverzichtbar mit der Szene verbunden“ passt zwar nicht so ganz, aber es sind Alben, die derzeit in meinem Auto liegen:
– Mono Inc. – Pain, Love & Poetry
– Rammstein – Liebe ist für alle da
– Combichrist – Everybody Hates You
– ASP – Weltunter
– Eisbrecher – Sünde

Wel­che musi­ka­li­schen Eigen­schaf­ten hat für dich das ideale Lied?

Es gibt nicht DAS ideale Lied. Je nach eigener Stimmung, Ort oder Situation muss es einfach anders sein. Und selbst wenn dieses eine Lied zu allem passen würde, würde es wohl auch nie passen…

Wel­che Band oder wel­chen Musiker/in wür­dest Du gern mal inter­viewen und auf wel­che Fragen musst Du dabei unbe­dingt eine Antwort haben?

Keinen. Wenn ich diese unglaublich plagenden Fragen hätte, dann würde ich sie wohl einfach stellen. Eine grandiose Eigenschaft an der schwarzen Szene ist ja schließlich, dass sie so persönlich ist und auch die Künstler irgendwie alle greifbar. Zumal die Distanz durch das Internet ja immer weiter abgebaut wird. Mich würde es nicht wundern, wenn Steve Naghavi oder Till Lindemann auch einmal an diesen Blogprojekt teilnehmen.
Ich hab Joe Letz 2009 in Köln gefragt, ob er einen Freund auf seinem Schlagzeug spielen lässt. Er hat es gemacht! Ist das nicht ein Beweis dafür, dass die Distanz gar nicht vorhanden ist?

Wer oder was reprä­sen­tiert für die Dich die Zukunft der »schwar­zen« Musik?

Ich hoffe, dass sich die schwarze Szene weiterhin so vielfältig entwickelt, wie bisher und die schwarze Musik wird in der Zukunft von gegenwärtigen und zukünftigen Künstlern gespielt. Die Zukunft der schwarzen Musik und der gesamten Schwarzen Szene wird also für mich hoffentlich – mit den Worten von ASP – KUNTERSCHWARZ!

Projekt „Gothic Friday“ – Januar: Wie bist du in die Szene gekommen?

Letztes Jahr habe ich mehrfach probiert an dem Blogprojekt „Freitagsfüller“ teilzunehmen. Es ist mir nicht regelmäßig gelungen und schnell auch ganz gescheitert. Jede Woche am gleichen Tag einen Artikel reinsetzen – unmöglich.
Und genau aus diesem Grund finde ich das Konzept des „Gothic Friday“ richtig gut. Einmal im Monat, 2 Wochen Zeit den Beitrag zu verfassen.

Mit dem Jahresanfang kommt also zunächst der persönliche Szenebeginn.

Diese „schwarze Szene“ ist etwas sehr merkwürdiges:
Sie beschwert sich über die Intoleranz der „Anderen“, ist aber selbst nicht besser.
Neue Gesichter werden lange Zeit skeptisch beobachtet.
Wenn man zu Musikstücken tanzt, obwohl man sie man zuvor noch nie gehört hat, kommen sogar abfällige Kommentare des DJs.
Neue Weibchen werden von den Szenedamen besonders kritisch beäugelt: Die klauen uns die wenigenMänner, die es hier überhaupt gibt.

Ich mag die Szene nicht. Ich mag dieses Gerede und die dauernde Konkurrenz von Parties sowie DJs nicht. Ich möchte einfach nur dahin gehen und feiern können, mit meinen Freunden quatschen, neue Leute kennenlernen und mich nicht für alles, was die „Szene“ irgendwie kennzeichnet rechtfertigen müssen. Egal ob das Musik, Kleidung, Haarfarbe, Freunde, Einstellungen, etc. sind. Und rechtfertigen möchte ich mich schon gar nicht denen gegenüber, die sich selbst als Szenemitglied ansehen.

Von meinem – bis heute wohl bewusst nicht vollständig abgeschlossenen – Einstieg in die „schwarze Szene“ gibt es zwei Versionen.

Die offizielle:
In der 11ten oder 12ten Klasse haben wir im Deutschunterricht Gottfried Benns Morgue Lyrik durchgenommen. Diese hat mich so sehr fasziniert, dass ich im Internet weitere Recherchen angestellt habe und so auf die musikalische Inszenierung dieser Gedichte durch Das Ich gestoßen bin. Von da habe ich meine Fühler dann in alle Richtungen dieser Musikszene ausgestreckt. Sowohl harmonisch elektronischer Art wie z.B. Depeche Mode, die ich zuvor auch schon bei Rock am Ring live gesehen hatte, als auch elektronisch brutalerer Art, wie etwa Combichrist und wirklich poppiger Art wie sie bei And One zu finden ist.

Metal-Streuselkuchen

Der eigentliche Einstieg jedoch, hörte „damals“ auf den Namen Antiheld.
Und der Übergang war nicht so schwer. Ich war eine musikalisch nicht eindeutig orientierte Seele. Bin mit Metal und Rock aufgewachsen, habe einen Ausflug in den Dance-/House-Sektor gemacht (davon ein Bild zu zeigen wäre sozialer Selbstmord) um mich dann wieder im Bereich Metal niederzulassen. Die Musik aus den Discotheken in Filmen wie Blade und Matrix fand ich immer toll, wusste aber nicht, wo sie hingehört. Mittlerweile weiß ich das und bin glücklich damit. Aber ich habe den Weg nicht selbst gefunden.

Und wo ist sie jetzt, diese "Szene"?

Ich verdanke ihm so viel und habe doch alles riskiert  – und dabei verloren.