Denttabs – Zahnpasta ade!

Es sind jetzt schon 3 Monate vergangen, seitdem ich zuletzt Zahnpasta benutzt habe.
Beim Froschkönig ist es genauso.

Klingt für mich erstmal eklig. Ist es aber gar nicht. Wir benutzen ja statt dessen etwas anderes:
Denttabs.

Warum?
Weil der Froschkönig den Artikel darüber in der brand eins (Ausgabe 10/2013) gelesen hat und mich fragte, ob wir das nicht einmal ausprobieren sollen.

In diesem Artikel beschreibt der Autor (Bernhard Bartsch) sehr emotional, welche Erfahrung es war, als er einen Monat lang die Denttabs getestet hat.
Eigentlich sollten Sätze wie „Im Spiegel schaue ich zu, wie mein Gesicht angewidert Grimassen schneidet“ nicht gerade überzeugend wirken.
Taten sie aber doch.
Oder es lag daran, dass er auch beschreibt, dass sich seine Zähne deutlich glatter anfühlen. Und schmerzfrei.
Vielleicht überzeugte uns aber auch die Beschreibung der Denttabs selbst. Tabletten, bei denen auf zahlreiche Hilfsstoffe verzichtet werden kann, die nur der Konsistenz und dem Geschmack beitragen. Für die Formgebung enthalten sie allerdings Zellulosefasern, welche die Zähne polieren sollen, wodurch weniger Beläge daran haften und sie sauberer bleiben.

Wir haben uns also entschieden, unsere Routine zu überdenken und haben das Familientestpaket bestellt.3 besonders weiche Zahnbürsten und 3 Dosen, mit denen wir beide insgesamt 3 Monate auskommen sollten. Wenn wir 2 mal täglich putzen.
Mal ehrlich: Auch wenn jeder Zahnarzt 3 mal täglich empfiehlt, wer macht das tatsächlich?!

Am 8. Januar ist dieses Testpaket hier angekommen.

 

Denttabs-Familientestpaket

Denttabs-Familientestpaket

Für den Froschkönig stand von Anfang an fest, dass er seine elektrische Zahnbürste nicht ersetzen würde. Ich habe aber direkt zu der superweichen Denttabs-Bürste gegriffen.

Tatsächlich fühlten sich die Zähne sehr glatt an. Und auch die Zahnzwischenräume waren so sauber wie nie. Normalerweise hing da immer noch ein halbes Steak drin wenn ich mit der Zahnseide bis in den kleinsten Winkel vorgedrungen bin.

Allerdings war auch mein Zahnfleisch so gereizt wie lange nicht mehr.
Ich hatte gedacht, dass es sicher nur an der Umstellung von elektrisch auf „normal“ lag und habe 1,5 Wochen durchgehalten. Die Bewegungen muss man ja doch irgendwie neu erlernen…
Es wurde allerdings nicht besser, ob es an den doch eher sehr spitzen Borstenenden lag oder an meiner Unfähigkeit wieder „normale“ Putzbewegungen zu machen weiß ich nicht. Es tat einfach nur weh und war sicher auch alles andere als gesund für mein Zahnfleisch.
Als Kompromiss habe ich mir daher weiche Bürstenköpfe für meine elektrische Zahnbürste bestellt. Eine Wohltat! Und da hat auch der Froschkönig mitgemacht.

Dem Zahnfleisch ging es also schnell besser und was mich noch viel mehr freute: Ich bekam auch keine Aphten mehr.
Aphten sind diese fiesen kleinen Bläschen/Entzündungen am Zahnfleisch. Bei mir meist am Übergang zu den Wangen. Viele Leute kennen sie aber auch unter der Zunge.
Damit hatte ich zuletzt sehr, sehr häufig zu tun und war sehr froh, als mir schon kurz vor der Entdeckung dieser „Zahnputztabletten“ ein Arbeitskollege den Tipp gegeben hat, dass ein bestimmter Inhaltsstoff von Zahnpasta die Entstehung zu begünstigen scheint und es auch Sorten gibt, in denen das eben nicht ist.
In Denttabs ist dieses Zeug nicht drin.
Schmerzhafte Aphten hatte ich zuletzt im Dezember.

Zumindest insgeheim wünscht sich doch jeder möglichst weiße Zähne. Nicht wahr?
Wir natürlich auch. Und es dauerte wirklich nicht lange, bis wir uns beim Frühstück gegenüber saßen und ich seine Zahnfarbe kommentierte. Die leuchteten richtig. Er beantwortete diese Bemerkung damit, dass ihm das an mir schon am Vortag aufgefallen ist.
Die Polierfunktion der Zellulose scheint also nicht nur gefühlt, sondern auch sichtbar zu funktionieren.

Außerdem war für uns noch der „Ekelfaktor“ ein Entscheidungskriterium.
Bernhard Bartsch beschreibt die ganze Prozedur ja schon als sehr, sehr gewöhnungsbedürftig. Der Geschmack soll nicht vorhanden bis unangenehm sein, das Gefühl trocken und staubig.
Vielleicht wurde die Rezeptur noch einmal etwas angepasst, aber unsere Denttabs schmecken nach Minze. Wir wissen, dass dieser Geschmack für die Wirkung nicht notwendig und somit eigentlich ein unnötiger Hilfsstoff ist. Aber er erhöht sicher die Compliance. Man hat nach dem Zähneputzen einen milderen, aber typischen Geschmack von Minze im Mund.
Sonderlich staubig fanden wir sie auch nicht. In den ersten Tagen war es gewöhnungsbedürftig und es erfordert eben ein bisschen Übung, die Tabletten mit den Schneidezähnen zu einer geschmeidigen Masse zu zerkauen und dann irgendwie auf die Zahnbürste zu befördern.
Inzwischen ist das Routine.

Zuletzt haben wir beide unsere Zahnärzte aufgesucht. Professionelle Zahnreinigung und Inspektion.
Die zahnmedizinische Fachangestellte, die mir die Zähne gereinigt hat, war (wie allerdings immer) zufrieden damit, dass ich so wenige Verfärbungen und Ablagerungen habe. Ich rauche halt nicht und trinke auch keinen Kaffee.
Meine Zahnärztin „beobachtet“ seit meinem letzten Besuch mal wieder einen Zahn. Die letzten Male war es immer 1x beobachten und beim nächsten Mal Karies. Dieses Mal nicht. Ich hab sie dann gefragt, was mit diesem Zahn  ist. „Den beobachten wir weiter.“ Okay!
Denttabs kannte sie noch nicht, meinte aber, dass ich aufpassen sollte, dass da nicht zu viele Schleifmittel drin sind. Dass es gar keine sind verwirrte sie sichtlich. Aber ihr Interesse habe ich wohl nicht geweckt.
Beim  Froschkönig war es ähnlich: Zähne recht sauber, wie immer. Sein Zahnarzt möchte sich allerdings auch über Denttabs informieren.

Was uns bei dem Artikel aus der brand eins noch interessierte war, ob der Autor bei den Denttabs geblieben ist. Es liest sich schon so, aber man weiß es halt nicht.
Wir sind es jedenfalls und haben uns Denttabs für weitere 6 Monate gekauft.

Weitere Informationen (und Bezugsquellen) findet man hier: denttabs.de

Der Werbeslogen „Zahnpasta war gestern“ passt einfach!

Plastik, schön war’s

Es ist jetzt schon fast 3 Monate her, dass Heike in ihrem Blog „Haselnussblond“ über den Film „Plastic Planet“ und ihre Konsequenzen daraus berichtet hat.

Mein erster Eindruck war, dass das für mich ja eigentlich alles nichts neues ist. Ich weiß, dass hormonähnliche Stoffe aus Plastik freigesetzt werden, wir daher schon ewig kein Wasser mehr in PET-Flaschen kaufen und dass dieses Phänomen dauernd unter den Teppich gekehrt wird, weil all die Kunststoffe uns das Leben so enorm erleichtern und da eine rieisige Lobby hinter steht. Auch von den riesigen „Plastikinseln“ in unseren Ozeanen habe ich nicht erst durch die Simpsons und How I met your mother erfahren.
Wobei ich mich selbst diesbezüglich nur teilweise in der Verantwortung sehe. Ich werfe meinen Müll grundsätzlich in Mülleimer und nicht einfach in die Landschaft.
Wann immer möglich, trenne ich meinen Müll. Ich reiße ja sogar die Luftposterfolie aus diesen dicken Briefumschlägen. Ich bin ziemlich sicher, dass mein Müll verbrannt wird und nicht in irgendwelchen Meeren oder sonstwo landet.

Mein zweiter Eindruck war, dass ich es kritisch sehe, möglichst viel Plastik aus dem eigenen Haushalt zu ersetzen, nur weil man sich plötzlich dessen Brisanz bewusst geworden ist. Sie hatte da als Beispiel unter Anderem ihre „Kompostsammelstelle“: Eine alte Waschmittelverpackung. Da hielt ich es für wenig sinnhaft, etwas zu entsorgen, dass lediglich mit Abfall in Berührung kommt und etwas neues anzuschaffen. Das habe ich auch so kommentiert.

Ebenso habe ich kommentiert, dass ich beispielsweise meine intakte Rührschüssel, mit der mein Kuchenteig ja nur kurz in Berührung kommt, nicht einfach entsorgen würde.

Denkste:
Kurz darauf habe ich wieder gebacken und mir vorher die Schüssel genau angesehen: Da war ein kleiner Riss im Boden, Kratzer und Verfärbungen im Inneren – eigentlich echt unappetitlich.
Ich habe also direkt eine meiner Metallschüsseln aus der Schublade geholt und den Teig darin gerührt. Die Kunststoffrührschüssel ist in der gelben Tonne gelandet.
Warum ich die überhaupt noch hatte, obwohl genügend Alternativen im Schrank standen weiß ich gar nicht.

Schließlich hat die Neugier gesiegt und ich habe mir den Film angesehen. Zusammen mit dem Froschkönig. Vor dem Nachtdienst. Daher erstmal nur die erste Hälfte. Hätte ja nicht gedacht, dass er so lang ist!
Die erste Hälfte war wenig beeindruckend: Es geht um Müll. Viel Müll. Das mit den Schwebteilchen im Meer war mir so nicht klar. Okay. Aber wie bereits geschrieben: Mein Müll landet da eher nicht. Da würde es also nichts dran ändern, wenn ich weniger Plastikmüll produziere.
Die zweite Hälfte kam am nächsten Tag dran: Der Fokus liegt darauf, was Bestandteile der Kunststoffe bei uns im Körper machen. Bzw. dass sie überhaupt in diesem Ausmaß in unseren Körper reinkommen.

Der zweite Teil des Films wurde dann noch verstärkt dadurch, dass ich mir kurz darauf die Quarks & Co.-Sendung zum Thema „Hormone“ angesehen habe. Ohne, wäre bei mir vermutlich deutlich mehr Skepsis zurück geblieben.
Der Regisseur (und quasi die Hauptfigur) des Films, Werner Boote, trinkt während des Films immer wieder Wasser aus einer Kunststoffflasche. Deckt zudem auf, wie belastet sein eigener Körper durch die hormonähnlichen Stoffe ist und trinkt direkt wieder aus einer solchen Flasche. Gepaart damit, dass sein Großvater wohl aktiv in der „Kunststoffindustrie“ tätig war, wirkt es teilweise einfach reißerisch und nicht mehr sachlich.

Insgesamt ging es mir wie Heike, als ich mich hier umgesehen habe: So viel Plasik gibt’s hier gar nicht. Natürlich bestehen einige Küchengeräte zu einem großen Teil aus Kunststoff, etc.
Aber es gibt hier beispielsweise keine „unnützen Rumstände“ daraus. Und selbst meine Salatschleuder war immer schon (überwiegend) aus Edelstahl, meine Holzpfeffermühle ist unersätzlich, die Wolldecken sind tatsächlich zu 60% aus Baumwolle und in meinem Kleiderschrank überwiegt ebenfalls eindeutig die Baumwolle.

Das meiste findet sich allerdings doch in der Küche. Viele Lebensmittel werden darin wirklich gelagert. Mehl, Zucker, Kakaopulver, eingefrorene Reste, die Zitruspresse, die sich eigentlich schon in ihre Bestandteile auflöst, ein 1l-Messbecher, Messergriffe, ein Geizhals und Dinge, bei denen ich nicht darauf verzichten werde: Müllbeutel.
Auch im Badezimmer werde ich auf vieles nicht verzichten: Meine elektrische Zahnbürste, die DentTabs in ihrer Kunststoffdose, auch hier Müllbeutel und nicht zuletzt sind auch sämltliche Reinigungsmittel, die ich im ganzen Haus verwende in Plastik verpackt.

Küchenkram (fast) ohne Kunststoff

Küchenkram (fast) ohne Kunststoff

Tatsächlich habe ich kaum etwas neu gekauft:

  • Einen Glasmessbecher hatte ich ohnehin schon. 2005 habe ich mir mal ein Set im Aldi gekauft. Den großen hat aber jemand versehentlich kaputt gemacht, bei dem Versuch mir zu beweisen, dass er nicht aus Glas ist. Da habe ich nur noch einen neuen, großen gekauft.
  • Die Metallschüsseln, allerdings mit Gummi-Antirutschboden, habe ich vor einiger Zeit von meiner Mutter geschenkt bekommen. Ein Dreierset von bo-frost. Dazu kommen die einfachen „Halbkugeln“ von Ikea in 4 verschiedenen Größen. Auch die gibt es hier schon ewig und wurden nur ergänzt, weil meine Salatschleuder nach 8 oder 9 Jahren kaputt gegangen ist (ein Kunststoffteil ist gebrochen). Da musste also wieder eine aus Edelstahl her.
  • Mehl und Co. suchen noch nach einer optimalen Lösung. Vorerst gibt es Apothekerflaschen. Für den Zucker und meine Bierhefetabletten ist das toll. Für etwas das weniger gut rieselt, also Mehl und Kakaopulver, eher eine staubige Angelegenheit. Aber sieht toll aus. Salz wird z.B. auch noch darin einziehen, ebenso mein Vorrat an Pfefferkörnern.
  • Die neue Zitruspresse ist aus Metall und mindestens genauso gut, wie die alte aus Plastik. Sie ist nicht schwerer, ebenso bruchsicher, hygienisch und sieht nett aus.
  • Was ich schon lange haben wollte, wofür ich aber immer zu geizig war, ist das Teelamaß aus Metall. Fand das immer sooooo schön, wenn ich im Teeladen stand. Aber es ist doch verrückt, so viel Geld dafür auszugeben, wenn man sich die Plastikvariante einfach so mitnehmen kann. Aber die 3 bunten Löffelchen (Warum eigentlich 3?!) waren eben ersetzbar und wären nie kaputt gegangen. Das ist jetzt aus gesundheitlicher Sicht sicher total irrelevant. Aber egal: Sieht toll aus, der neue, schwere Messlöffel.

Ansonsten konzentriere ich mich, genau wie Heike, eher bei Neuanschaffungen darauf, was ich kaufe. Ich würde mir z.B. lieber noch mehr Messer mit Holzgriff zulegen. Vielleicht im Frühjahr wieder in Kornelimünster, auf dem historischen Jahrmarkt… Da hab ich schon 3 Stück gekauft. Und ich suche nach einem Wasserkocher mit Temperaturvorwahl, bei dem der Behälter komplett aus Edelstahl ist. Neue Kleiderbügel sind aus Holz und wenn etwas kaputt geht, wird eben auch wieder die Variante ohne Plastik gewählt.

Das Überraschendste ist allerdings, dass auch der Froschkönig voll dahinter steht. Teilweise sogar konsequenter als ich. Mir kamen ja wieder Zweifel, als ich diesen sündhaft teuren Messlöffel bei Tee Gschwender kaufen wollte. Er hat mich dann quasi dazu überredet.

 

Ich kann wirklich nur jedem empfehlen, sich den Film anzusehen. Er ist optisch nicht wirklich ansprechend, hat wie bereits angedeutet seine Passagen, die man kritisch hinterfragen sollte, ist aber dennoch ein heftiger Denkanstoß. Wenn man diesen denn haben möchte
Und lest Heikes Blog! „Haselnuss-Weltverbesserer-Blond“ passt eigentlich viel besser.
Außerdem: Guckt mehr Quarks & Co.! Da würde ich gerne noch die 7 Dinge über Kleidung empfehlen.

Gluteeeeeeen?!

Ich mache mir Gedanken über meine Ernährung. Erstmalig eigentlich.

Ich bin kein Vegetarier. Veganer schon mal gar nicht. Ich esse Fleisch. Hab ich ja im letzten Artikel schon geschrieben. Und ich esse eigentlich einfach immer das, was mir schmeckt, worauf ich Lust habe und was davon dann zu Hause ist. Weil oft bin ich auch einfach zu faul das, worauf ich tatsächlich Lust habe, noch zu besorgen.

Das Resultat war in meiner Studenten-/WG-Zeit, dass ich auch mal Brot mit Mayo und Maggi gegessen haben. Ähm ja. Oder Mozarella mit Balsamico. Ohne Tomaten. Die waren schließlich nicht vorrätig.
Inzwischen ist meine Küche wohl eher geprägt von meinen Lieblingskochbüchern und Mahlzeitenersatz wie Nudeln mit Maggi halten nur noch sehr selten Einzug.

Das ist aber eine Veränderung, die absolut ungeplant von statten ging.

Aktuell – konkret seit 2 Wochen – denke ich tatsächlich darüber (erstmal nur eine Weile) auf glutenhaltige Lebensmittel zu verzichten.

Und diese fixe Idee wird gerade noch durch mein Umfeld unterstützt:

  • eine gute Freundin verträgt den Kram nicht, wenn ich z.B. Snacks für’s Klettern kaufe, was ich ja mit ihr zusammen mache, achte ich schon darauf
  • ein Arbeitskollege hat mir letzte Woche erzählt, dass bei ihm jetzt (auch) eine Zöliakie festgestellt wurde, der Arme hat schon eine Laktoseintoleranz…
  • gestern hat Heike in ihrem wunderbaren Blog einen Artikel über ein Buch zu genau diesem Thema veröffentlicht – gespickt mit ihren eigenen Erfahrungen (auf meinem Kindle lese ich jetzt also die „Weizenwampe“)

Meine persönlichen Beweggründe sind jedenfalls recht simpel:

  • immer wiederkehrende Verdauungsbeschwerden ohne erkennbare Ursache die von einem „Blähbauch“ über Krämpfe bis hin zu Diarrhoe reichen, die natürlich aus stress- und schichtdienstbedingt sein können
  • Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf
  • heute neu hinzugekommen, da mir vorher die positiv vermutete Wirkung nicht bekannt war: der Froschkönig hat ein „Bachfettproblem“, er ist schlank, ernährt sich soweit gut, macht inzwischen auch Sport, hat aber einen Bauch, der manchmal sogar „über die Hose drüber hängt“

Der letzte Punkt ist auch der Grund, warum ich ihm heute schon von meinem Plan erzählt habe. Eigentlich wollte ich das in den letzten beiden Oktoberwoche einfach für mich testen. Da ist er auf Malta zum Englischlernen und ich kann mich hier ernähren wie ich will.

Naja, ich stelle also langsam meine Ernährung um – und somit teilweise auch die des Froschkönigs.
Werde uns dann aber auch noch vermessen. Heike hat geschrieben, dass ihr Partner 7cm Bauchumfang „verloren“ hat. Ich hoffe, dass der Froschkönig mich auch messen lässt ;)

Vermutlich sollte ich, um leserfreundlicher zu sein, jetzt hier nach euren Ernährungsgewohnheiten fragen. Und danach, was ihr von diesen ganzen Nahrungsmittelunverträglichkeiten haltet, die ja doch irgendwie gerade „voll im Trend liegen“.
Und? Wie sieht’s aus? ;)

Natur pur?

Ich bin ja recht aktiv im Langhaarnetzwerk. Dort gibt es immer wieder mal Trends.
Hier 3, die ich selbst mitgemacht habe:

  • als ich mich vor etwa einem Jahr angemeldet habe, war Kokosöl total beliebt
  • im Winter waren die Pflegeprodukte von Desert Essence der Hit
  • dann wurde ich von der Haarwäsche mit Seife „angefixt“

Aktuell waschen ganz viele Langhaars ihre Mähnen mit „Shampoobars“.

Aber auch neben der Haarpflege gibt es reichlich „Modeerscheinungen“.
Fängt an, bei Farben die besonders gefragt sind – ganz auffällig fand ich das mit Grün – geht über die ausschließliche Verwendung von Naturkosmetik, bis hin zu einer vollständig auf Nachhaltigkeit und Umweltschonung ausgelegten Lebensweise.

Letzteres ist wohl ein Vollzeitjob und eigentlich nicht wirklich realisierbar.

Gestern war ich jedenfalls bei einem Forumstreffen und wir haben uns da auch in einer kleinen Gruppe über diesen Trend unterhalten.
Ich finde das ganz grundsätzlich unterstützenswert und in kleinem Umfang mache ich das ja selbst, auch wenn da nicht immer die Umwelt/Nachhaltigkeit Anlass ist:

  • ich kaufe meine Brötchen beim Bäcker im Ort
  • Aufschnitt und einen großen Teil meines Fleischs hole ich beim Metzger
  • wenn möglich (und bezahlbar) kaufe ich Bio-Produkte und ich bevorzuge Produkte „aus der Region“
  • ich versuche weniger wegzuwerfen, also nur das zu kaufen, was ich auch esse
  • meine Haar- und Körperpflege besteht inzwischen vollständig aus Naturkosmetik
  • während ich mich einseife, stelle ich das Wasser der Dusche aus
  • unsere neue Waschmaschine dosiert das Waschmittel selbst und braucht richtig wenig Wasser, Strom, etc.
  • ich benutze Kalkstoptabs um die Lebensdauer der Waschmaschine zu verlängern udn Waschmittek zu sparen
  • der Trockner steht seit 1,5 Jahren fast ungenutzt hier rum
  • wir trinken Leitungswasser, also weder Transportwege von Wasserkästen, noch die ganzen Einwegflaschen
  • „unser“ Haus ist ziemlich umweltschonend im „Unterhalt“, Solarthermie, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, gute Dämmung, etc.

Gerade bei den ersten beiden Punkten wird recht deutlich, dass ich das nicht konsequent durchziehe:
Ich besitze kein Fahrrad und obwohl Bäcker und Metzger nur einen Kilometer entfernt sind, gehe ich nicht zu Fuß, sondern fahre mit dem Auto.

Genau das war aber auch gestern unser Konsens:
Man muss das nicht komplett konsequent durchziehen, es ist absolut in Ordnung, wenn amn das macht, was man selbst für sich akzeptabel findet.

Wirklich konsequent den Gedanken des Umweltschutztes umsetzen, also vollständiger Verzicht auf Plastik, Einmalartikel, lange Transportwege, etc., ist heutzutage eigentlich unmöglich.
Vielleicht, wenn man als Selbstversorger irgendwo am Waldrand, bestenfalls noch an einem kleinen Bach lebt. Und selbst das ist kritisch, dann kann man sich zwar seine Lebensmittel selbst anbauen, sein Brennholz im Wald selbst besorgen, aber die CO2-Bilanz vom Heizen mit Holz ist sicher auch nicht die Beste. Und eine Lösung „für alle“ ist das definitiv auch nicht.

Ich könnte sicher auch ohne viel Aufwand und Abkehr von der modernen Gesellschafz deutlich mehr machen:

  • ein Fahrrad kaufen und damit zum Bäcker fahren.
  • den Metzger bitten nicht alles nochmal in eine Plastiktüte zu stecken, sondern direkt in meine Stofftasche.
  • Taschentücher aus Recycling-Papier verwenden Nein! Ich benutze Taschentücher hauptsächlich, wenn ich erkältet bin, da ist die Haut so schon schnell genug gereizt und die Nase feuerrot!
  • mir einen Job suchen, für den ich nicht 60km pro Tag fahren muss, oder zu dem ich wenigstens mit öffentlichen Verkehrsmitteln komme Nein! Ich mag meinen Job! Genau den, den ich gerade mache, bei genau dem Arbeitgeber!
  • früher, aber dafür langsamer zur Arbeit fahren Nein! Ich fahre nicht gerne unter 110km/h auf der Autobahn, dann bin ich ja NOCH länger unterwegs und hänge immer zwischen zwei LKW!
  • beim nächsten Auto darauf achten, dass es weniger Kraftstoff braucht (sehr, sehr gerne, das hat dann nämlich automatisch mehr Hubraum und kommt – wenn ich denn mal „spritzig“ fahren oder einfach nur kurz überholen möchte – auch vom Fleck!)

Die Liste ist beliebig erweiterbar.
Manches werde ich sicher auch noch umsetzen. Aber ich werde z.B. weiterhin vieles ganz bequem im Internet bestellen. Und auf meine elektrische Zahbürste berzichte ich sicher auch nicht, genausowenig auf Schokolade von Lindt und Nutella. Original Nutella. Nicht Schokokreme von Alnatura und ähnlichen Anbietern.

Und Fleisch werde ich auch weiterhin essen!

Weil ich diesen Luxus mag und genieße. Weil eben auch Kleinvieh Mist macht.

Im Wartezimmer

Seit 20 Minuten sitze ich hier.
Ursprünglich waren 20 weitere Personen hier: Einer auf dem „Blutdruckplatz“, 2 auf der „Nachrückerbank“, 6 auf dem Flur und 11 im eigentlichen Wartezimmer.

2 waren inzwischen wohl beim Arzt. 6 Minuten pro Patient?

Jetzt sitzen noch 9 weitere Leute mit mir im Wartezimmer. 2 junge Männer, 6 Frauen.
3 Leute (und ich) beschäftigten sich mit ihrem Smartphone, eins davon ist ein iPhone, eine Person hat ein Buch mit, eine ein Rätselheft. 4 lesen Zeitschriften und nur eine macht „nichts“.

Nunja, sie hustet und putzt sich die Nase. Das machen auch noch 3 andere.
Nur eine Frau hat wirklich deutliches Übergewicht. Vermutlich ist nur eine über 40, alle anderen eher um die 30.

Schon 30 Minuten und inzwischen wieder 2 weniger im Wartezimmer. Davon sitzt jetzt eine auf der Nachrückerbank und eine auf dem Blutdruckplatz.
Ein bisschen wie die Reise nach Jerusalem.
Vom Flur ist auch einer aufgerufen worden. 6 Minuten also pro Patient.

2 Stunden jetzt hier warten für einen gelben Schein. Denn dass der Arzt bei einem viralen Infekt, und so einen habe ich, nicht viel machen kann weiß ich.

Ich will in mein Bett.

70 Minuten. Ich war dran.
Reihenfolge wurde also doch nicht nach Eintreffen, sondern nach vorheriger Ankündigung festgelegt.

Mein Bett hat mich wieder.

Ach, du bist Krankenschwester?

Ach, du bist Krankenschwester?! Dann kannst du mir ja vielleicht sagen, was mir bei „beliebiges Wehwehchen einfügen“ hilft!

Nein. Kann ich nicht.
Oder doch. Manchmal.
Aber das kann jeder, der irgendwann mal krank war. Und Hausfrauen/Mütter erst…
Doch ich möchte gar nicht. Wenn mein Hinweis nämlich nix bringt, bin ich die Böse.
Das habe ich jamittlerweile quasi hinter mir. Weil ich einfach, bevor diese Anmerkungen kommen, sagen kann, dass ich in der Psychiatrie arbeite.

Darauf ist die Standardreaktion eher so:

Oh! dann muss ich ja aufpassen, was ich sage.

Äh… warum bitte?
Ich bin Krankenpflegerin.
Weder analysiere ich die Verrücktheiten aller Menschen in meiner Umgebung, noch betreibe ich Gehirnwäsche.
Ich bin einfach nur ich. Mit all meinen eigenen Verrücktheiten.

Verrückte Zivilisationskrankheiten

Es ist schon ein paar Jahre her, aber etwa zeitgleich mit der „Emo-Welle“ kam das Gerücht auf, dass die Borderline-Persönlichkeitsstörung, und insbesondere das Symptom „Selbstverletzendes Verhalten“, ja nur eine Modekrankheit sei. Die Betroffenen seien gar nicht wirklich krank, sondern wollten nur Aufmerksamkeit und Mitleid. Ein hoher Preis dafür, wie ich finde.

Tatsächlich glaube ich, dass diese Erkrankung in den letzten Jahren zugenommen hat. Ich bin zu jung um da wirklich einen Vergleich zu haben. Wie soll ich mit 27 Jahren eine Entwicklung wirklich erlebt haben? Mit 7 Jahren habe ich mir über psychische Erkrankungen sicher keine Gedanken gemacht.

Ich möchte jetzt auch gar nicht großartig auf das Krankheitsbild, begünstigende Faktoren, etc. eingehen. Ich möchte nur einen Vergleich anregen, der nicht nur für Borderline gilt, sondern für das gesamte Spektrum der psychiatrischen Erkrankungen. Von der Sucht über Depression und Manie bis hin zur Schizophrenie.

Durch unseren veränderten Lebenswandel, der grob als schneller zusammengefasst werden kann, sind viele Erkrankungen häufiger geworden. Diabetes Typ II, Hypertonie, Darmkrebs und Lungenkrebs um nur ein paar zu nennen. Das geht regelmäßig durch die Medien und wird von Hausärzten im Wartezimmer vermittelt.

„Schnellerer Lebenswandel“ steht für vieles:

Schnelleres Essen – Fast Food
Schnelleres Arbeiten – Stress, Arbeitsplatzwechsel
Schnelleres Lieben – Scheidungen, Affären
Schnelleres Leiden – Schmerzmittel dämpfen jedes Zipperlein

Wen wundert es da, dass die Psyche in Mitleidenschaft gerät?
Mich nicht.

Der Körper reagiert mit Übergewicht, Herzproblemen und Stoffwechselerkrankungen.
Und die Psyche? Burn-Out ist in meinen Augen nur die Spitze des Eisbergs.

Und obwohl ich ja nicht in der Lage bin, eine Entwicklung über mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte zu beschreiben, fällt mir auf, dass ich in den letzten etwa 5 Jahren privat deutlich häufiger auf Menschen mit vielen „Borderline-Anteilen“ stoße. Vor wenigen Tagen habe ich mich wirklich erschrocken, als ich meine Twitter-Timeline gesehen habe.
Von 60 Twitterern, twittern 4 (mit fast 7% deutlich über der offiziellen Erkrankungsrate) absolut typisch immer wieder von ihren Liebesproblemen. Sie lieben ihn/sie ja so sehr – alles ist nur schrecklich. Er/sie möchte auf keinen Fall verlassen werden und ist selbst absolut sprunghaft…
Und immer wieder Spaltereien zwischen einzelnen Twitterer-Grüppchen. Ständiger Wechsel der „besten Freunde“, super schnelles Preisgeben intimster Informationen und dann massive Enttäuschung, wenn es krieselt.
Im Internet scheint die Beschleunigung noch stärker zu sein. Schnelle Informationen. Schnelles Leben. Schneller Spaß. Schnelle Probleme.

Nur keine schnellen Lösungen.