Tiefen-ENT-spannt

Ich war heute Morgen sehr gespannt:

5,5 Stunden Fortbildung zum Thema „Entspannungsverfahren“.

PMR nach Jacobson finde ich persönlich ja doof.
Jedenfalls wenn ich mich dabei selbst entspannen soll.
Ich kann mich gut entspannen und kann es nicht leiden, wenn ich dann irgendwas anspannen soll, obwohl ich mich doch einfach nur entspannen möchte.

Fantasie-/Traumreisen kenne ich schon seit meiner Kindheit, meine Mutter hat das oft mit mir gemacht weil ich es so gerne hatte.
Meine liebste war immer die Reise ins „Haus der Sinne“.
Ich glaube, die war im blauen Buch mit der rosa Wolke.

Vielleicht kann ich mich deshalb auch ohne vorheriges Anspannen so gut entspannen?

Aber heute Morgen war ich ja GE-spannt:

  • Ob das wohl wird, wie bei der Akupunktur: Man übt Stück für Stück und ohne den Gesamtzusammenhang?
    Vielleicht erst den Inhalt, dann die Sprechweise, etc. ohne sich dabei selbst entspannen zu können?
  • Sind da überhaupt „neue“ Inhalte für mich bei? Meine Mutter ist Yogalehrerin, da weiß ich vieles einfach schon!
  • Stört es die anderen, wenn ich mit meinem Sprachfehler eine Entspannung anleite?

Jetzt bin ich vollständig ENTspannt.

Nach kurzer Theorie, wann man überhaupt Entspannung brauchen kann (und wann nicht!), ging es direkt zur Praxis:
Aktives Lockern, Achtsamkeit, bewusst bewegen und noch mehr
Entspannung mit „Hilfsmitteln“, also Decken, Sandkissen, Massage- und Gymnastikbällen oder auch einem Nudelholz.

Schließlich gab es dann doch noch die Progressive Muskelentspannung. Anspannen – Entspannen. (Aufregen…)
Das selbst anzuleiten ist gar nicht so schlimm!
Obwohl ich im Alltag weder eine ruhige Sprechweise noch eine angenehme Stimme habe, fühlte ich mich wohl und auch die anderen konnten sich entspannen.
Demnächst leite ich das also selbst an und kann dabei besser entspannen, als wenn ich am Boden liege und mich frage, ob ich mir nun wünschen würde, dass der „Anleiter“ mich siezt, duzt oder in der Ich-Form spricht.

Ich bevorzuge dennoch Yoga Nidra, auch wenn meine Mitschüler in der Ausbildung herrlich über die Ansage meiner CD „Lege dich in Savasana – die Totenhaltung“ lachen konnten.

 

Advertisements

Hamburg, Pinguine und ein Spargeltarzan

Der Froschkönig hat ein Diplom!
Und aus diesem Anlass, sind wir an einem Donnerstag im November in Richtung Hamburg aufgebrochen.

 

Das Hotel:

Nachdem er bei seinen Studienbesuchen sonst eher in einem sehr schlichten Hotel war, sollte es ein etwas besseres sein.
Nun gut.

An die Suite im Hotel am Schlosspark in Stuttgart vor 4 Jahren kam es nicht heran.
An das Mariott in Hamburg vor 2 Jahren auch nicht.
Auch das andel’s in Berlin letztes Jahr gefiel mir besser.
Aber immerhin war das Frühstück besser, als vor 5 Jahren im Motel One in Stuttgart.
Und man will da ja meistens auch nur schlafen und frühstücken.

Das Bett war in Ordnung.
Interessant waren die Dusche und generell die Wasserleitungen: Sobald man im Bad Wasser laufen ließ, hörte man laute Geräusche in der Wand. Egal ob Waschbecken oder Dusche. Wirklich spannend wurde es aber, wenn man in der Dusche dann vom Badewannenzulauf auf die Brause umgestellt hat:
Es qietschte so laut, dass sogar der Kommilitone im Zimmer nebenan noch gehört hat, wann wir duschen. Ein richtig lautes Geräusch. Fast so, als würde eine ganze Armee von Hamstern die Pumpe antreiben, um das Wasser nach oben zu befördern.

Aber geschlafen habe ich gut. Und selbst, als ich Freitag Vormittag noch etwas Zeit alleine dort verbracht habe, war der Lesesessel doch sehr gemütlich.

Und die Hotelbar war auch ganz gut. Ein paar kleine Snacks, wovon ich auch am Anreisetag einen gegessen habe, und eine große Auswahl an Cocktails.

 

Variable:

Nach dem kleinen Hotelbarsnack sind wir mit einem Geschäftspartner essen gegangen. Die Pizza dort sollte gut sein. Ich war trotz Snack noch so hungrig, dass mir die Zwiebelsuppe, die am Nachbartisch so unglaublich gut duftete, als etwas zu wenig erschien.
Trotz des appetitlichen Geruchs, habe ich mich für eine kleine Pizza Mozarella entschieden.

Böser Fehler!

Die Pizza kam. Schon die beiden kleinen Basilikumzweige waren eher dekorativ, als geschmacklich von Bedeutung.
Vorher kannte ich Pizzen, die entweder zu matschig, zu trocken, kalt, hart oder sonst irgendwie hauptsächlich aufgrund ihrer Konsistenz nicht zu empfehlen waren.
Diese Pizza hingegen hatte einen tollen Teig, nicht zu knusprig, nicht matschig, nicht  hauchdünn, nicht zu dick. Der Belag war, von den Basilikumzweigen abgesehen, optisch sehr gut.
Leider war der Geschmack zwar vorhanden, aber alles andere als lecker. Sie schmeckte nicht nach Tomate, nicht nach Käse, nicht nach Teig. Es war ein Geschmack, den ich am ehesten mit dem Geruch von „Staubsaugerluft“ assoziieren würde.

Ich habe sie trotzdem etwa zur Hälfte gegessen. Aber als der Froschkönig am Freitag Pizza als Mittagessen vorgeschlagen hat, waren sein Kommilitone und ich uns einig, dass wir erstmal genug von Pizza haben. Seine war wohl auch nicht besser.

 

grill&green:

Wir hatten uns also mehrheitlich gegen Pizza entschieden und sind dann bei der Suche nach einer Alternative auf dieses Restaurant gestoßen. Das war gut!

Ich hatte die leckere Kombination „Salad&Soup“, was am Freitag eine Krabbensahnesuppe mit Scampi im Kartoffelnest auf einem Kräutersalat war. Sehr zu empfehlen! Und auch der Schokoldenbrotpudding, von dem mir die Bedienung leider nicht sagen konnte was es ist, war gut. Besonders die oberste, knusprig-schokoladige Schicht war köstlich! Das Filetsteak von Froschkönig hätte mir aber auch gefallen…

 

Ein Papagei unter Pinguinen:

Die beiden frisch diplomierten Herren sind mit mir im Anzug durch die Stadt gelaufen. Beide mit weißem Hemd und Krawatte. Wirklich fast wie zwei Tuxe. Dagegen kam ich mir mit lilafarbenem Rollkragenpulli wirklich sehr farbenfroh vor. Aber ich habe ja schon letzten Monat festgestellt, dass ich dringend wieder einen schwarzen Blazer benötige.

Den habe ich auch bekommen!

 

Lloyd:

Neben einem schwarzen Blazer habe ich mir auch noch ein paar Schuhe gekauft. Schwarze Schnürpumps mit gut tragbarem Absatz.

Erschreckend war allerdings, dass in einem Geschäft für Schuhe ab 100€ zunächst nur eine offenschtlich vorurteilsbehaftete Verkäuferin war. Und die war maßlos überfordert, sich zwischen einer jungen Kundin mit Allwetterjacke und einer Endvierzigerin im „kamelfarbenen“ Mäntelchen zu entscheiden.
Jedes Mal, wenn ich sie dazu genötigt habe, mir doch nochmal ein anderes Paar Schuhe in Größe 36 zu holen, entschuldigte sie sich bei ihr vielmals. Mir hat sie dann schnell einen Schuh in der gewünschten Größe hingestellt und ist unmittelbar wieder zur anderen Kundin. Auch als ich dann den zweiten Schuh anprobieren wollte, entschuldigte sie sich erneut. Nicht bei mir.
Vermutlich ist es auch ihren Vorurteilen gegenüber meiner Kaufkraft geschuldet, dass ich diejenige war, die keine kontinuierliche Beratung durch sie erhielt. Es kam zum Glück irgendwann Hilfe.

Ich wurde also fortan von einem Herrn mit eindeutig verkaufsförderndem Servicegedanken bedient. Er hat meine Passformprobleme (sehr niedriger Spann) erkannt und mir eine entsprechende Lösung angeboten.

Ich habe die Schuhe, samt Einlagen und Spitzenpolstern, gekauft. Aber der Froschkönig, der durchaus auch von einem weiteren Paar Lloyds zu überzeugen gewesen wäre, hat auch aufgrund mangelndem Service nichts gekauft.
Auch 2 Verkäufer erschienen mir doch zu wenig für einen Laden in bester Innenstadtlage mit nicht unbedingt niedrigem Kundenverkehr.

 

Stadtspaziergang:

Als wir gefahren sind, hat der Froschkönig mich gefragt, ob ich denn die Kamera mitnehmen möchte. Natürlich wollte ich das! Nur wenn sie dabei ist, kann man damit fotografieren. Und lieber, ich trage sie einige Kilometer umsonst, als mich darüber zu ärgern, dass ich mal wieder keine Bilder für’s Album habe. Samstag habe ich mich dann gezwungen Fotos zu machen. Hätte ich das nicht, würde der Froschkönig beim nächsten mal sagen, dass die Kamera nicht mitkommt, weil ich ja ohnehin keine Bilder mache.

Toll waren die Bilder daher nicht. Es gab nichts, was ich jetzt unbedingt mit der Spiegelreflex ablichten wollte. Aber was muss, das muss. Es folgen also in einem späteren Artikel noch ein paar „Zwangsimpressionen“.

 

Spargeltarzan:

Die Frau des Kommilitonen hatte sich für dieses Wochenende einen Musicalbesuch gewünscht. Ich war ja sehr, sehr skeptisch. Soooo besonders fand ich solche Veranstaltungen nie. Gaudi in Alsdorf war zwar schon irgendwie etwas besonderes, aber mehr, weil die Darsteller anschließend noch mit im Biergarten gesessen haben.

Ich habe meine Meinung geändert. Tarzan war super!

Die Musik war mir vorher gänzlich unbekannt und auch dass der Zuschauerlauftraum eigentlich Teil der Bühne ist wusste ich erstmal nicht.

Aber einen Menschen, der mit Affen aufwächst und sich von Baum zu Baum schwingt hätte ich mir eigentlich etwas weniger schmächtig vorgestellt… Wir haben übrigens das „Tarzan-Traumpaar“ aus Alexander Klaws und Nadja Scheiwiller in der Vorstellung gesehen.
Gab es nicht früher Erst-, Zweit- und Drittbesetzung?

Spaß hat’s auf jeden Fall gemacht… Ob andere Musicals tatsächlich auch gute Unterhaltung wären?

 

Hamburg hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen. So Städtekurztrips hab ich doch wirklich gerne.

Im März geht’s nach München!

 

Wie war das noch gleich mit der Emazipation?

Irgendwann – als ich ihm kundgetan habe, dass ich mir im Kino irgendeinen Twilight-Teil ansehe – meinte mein lieber Blogpate mal zu mir, dass er und seine Freundin mich re-emanzipieren müssten.

Gerade habe ich den Herd geputzt, denke darüber nach, ob diese Ceran-Feld-Reiniger etwas nützen. Gleichzeitig überlege ich, was ich uns heute leckeres koche.
Wenn man jetzt noch bedenkt, dass der Froschkönig im mittleren Management arbeitet und ich eine unterbezahlte Krankenschwester bin, kommt man bei einer sehr altmodischen Rollenverteilung an:

Er bringt das Geld nach Hause, sie steht am Herd.

Brauche ich so eine Re-Emazipation vielleicht wirklich. Bin ich unselbstständig und füge mich in alt hergebrachte Rollen?!

Ich glaube nicht.
Ich glaube eher, dass es eine weitere Stufe der Emanzipation ist, alte Rollenmuster nicht mehr stur abzulehnen sondern einfach das zu machen, worauf man Lust hat. Und sei es dann auch mal zu kochen, zu putzen und all die anderen Dinge, die Frauen so machen.

Womit er aber Recht hat, ist Twilight.
Ich bin den Büchern verfallen. Und die sind sowas von emanzipations“feindlich“:

Bella sieht sich als alleine nicht lebensfähig und schwach. Statt ihre eigenen Stärken zu entdecken unterwirft sie sich ihrem Vampir und dem Wunsch selbst einer zu sein. Auf dessen Erfüllung wartet sie geduldig und gibt sich selbst zwischenzeitlich sogar für ihr ungeborenes „Kind“ auf.
Erst durch die Verwandlung ist sie in der Lage selbst auf sich Acht zu geben. Doch auch dann macht sie das nicht. Sie macht, was die neue Familie von ihr erwartet. Aber sie hat ja die Ewigkeit Zeit, sich doch noch selbst zu verwirklichen.

Das hier soll jedoch keine Rezension der Bücher sein, ich will mich jetzt gar nicht wieder damit beschäftigen. Es reicht ja schon, dass ich bereits sehnsüchtig auf die DVD-Box (am liebsten alle Filme nochmal als Extended-Version) warte.

Also zurück zur Emanzipation:
Und eigentlich mag ich da auch gar nicht mehr so viel zu schreiben.
Also Schluss jetzt. Emanzipiere ich mich doch mal von der Erwartungshaltung, dass jeder Artikel ein vernünftiges Ende… ;)

Die Qual der Wahl

Vor langer, langer Zeit habe ich diesen Artikel angefangen.
Ich habe ihn aber nie veröffentlicht und ich weiß nicht warum. So schlecht war er doch gar nicht:

 

Fliesen aussuchen ist irgendwie vergleichbar mit der Berufswahl.

Man trifft eine Entscheidung, mit der man erstmal so zwanzig oder auch mehr Jahre leben muss. Es geht hier nicht darum 20 Jahre das gleiche zu machen, sondern darum 20 Jahre das Gleiche zu sehen.

Beim Beruf macht es einem die große Auswahl auch sehr schwer. Ich bin mir sicher, dass meine Eltern, und erst recht meine Großeltern, es da noch deutlich leichter hatten. Die hatten – je nach Schulabschluss – eine Hand voll Ausbildungsberufe oder Studiengänge zur Auswahl. Da wählt man dann das kleinste Übel ;)
Außerdem haben sie sich wirklich einen Beruf ausgesucht.
Das ist ja heute gar nicht mehr. Mittlerweile wählt man eher seinen Arbeitsweg. Ein Bäcker backt doch heute nicht mehr einfach nur Brot. Ein Schneider kürzt entweder in einem kleinen Laden in der Innenstadt Hosen, näht Herrenanzüge auf Maß in einem schicken Atelier oder macht etwas ganz anderes.
Der Journalist schreibt nicht zwangsläufig für Zeitungen und Magazine. Oft berät er z.B. auch Firmen und Politiker, was diese den den anderen Journalisten sagen sollen.
Ein Physiker muss nicht lehren und forschen, er kann vielleicht auch jede Woche im Fernsehen auftreten. Baggerlöcher besichtigen, Lebensmitteln beim allmählichen Verfall zusehen und was sonst noch so interessant für den Zuschauer ist.
Anwälte arbeiten nicht nur typischerweise in Kanzleien sondern ebenso charakteristisch in der Wirtschaft, in Krankenhäusern, und überall sonst, wo Menschen Fehler machen und trotzdem möglichst ohne blaue Augen davonkommen wollen.

Zu dem Problem, dass ein Beruf heute nicht mehr eng mit einer bestimmten Arbeit verbunden ist kommt das Problem, dass es so viele verschiedene Berufe gibt:
Was früher ein Betriebswirt und ein Ingenieur war ist heute ja ein Betriebswirt, ein Ingenieur und eine Wirtschaftsingenieur. Plus diverse Quereinsteiger.

Fliesen sind auch so. Als meine Oma ihr Bad gefliest hat gab es weiß (für öffentliche Sanitäranlagen), blau, braun, rosa, gelb und grün. Dazu dann jeweils Fliesen mit unterschiedlichen Blumenmotiven, die dazwischen gesetzt wurden.
Ende.

Heute gibt es all diese Farben.
Dazu etliche Grautöne: mit Maserung – streifig, rauschig oder eher fleckig, mit wenig Maserung, ganz ohne Maserung, mit warmen Erdtönen in der Maserung, im Grundton, hell, nicht ganz so hell, dunkler, noch dunkler und ganz dunkel.
Grau kann aber nicht nur mit erdigen Tönen gemischt werden sondern auch ins Grüne oder Violette gehen. Es kann aussehen wie Beton, wie Estrich oder wie Granit.
Fliesen sehen unter Umständen auch aus wie Stahl, oder wie Holz. Sie sind aus Steinzeug, aus Ton, tatsächlich aus Granit, Marmor, …

Und dann die Formate.
Früher gab es 30×30 auf dem Fußboden und 20×25 an der Wand. Keine Diskussion. Ich habe heute Fliesen in etwa 5×50 und in 60×120 gesehen. Quadratisch, rechteckig, streifenförmig.

Fugen!
Fugen müssen nicht grau oder braun sein. Und sie müssen auch nicht immer Kreuze bilden. Fugen müssen nicht parallel zu Wänden verlaufen.

Egal wofür man sich entscheidet, irgendwas besseres gibt es wohl immer.
Und man wird immer irgendjemanden um seinen Job beneiden. Sei es wegen der Arbeitszeiten, der Bezahlung, dem Ansehen in der Öffentlichkeit, der Verantwortung, oder, oder, oder.

Nach etlichen Stunden und vielen teils sehr ähnlichen Platten, haben wir endlich etwas gefunden, was wohl in 20 Jahren genauso modern sein wird, wie heute grüne und rosa Badezimmer.

Geborgte Katze

Was bringt zwei Katzenhaarallergiker dazu, eine Katze zu füttern?

Eine Katze.

Unsere Nachbarn haben eine.
Auf beiden Seiten. Also eigentlich sind es zwei Katzen.

Die Katze rechts ist schon länger da, hat ein umzäuntes Grundstück, ist ausschließlich draußen. Getigert und schlank.
Das Tierchen links ist erst seit kurzem hier. Ein flauschiges Fellknäuel mit riesigen, gelben Augen. Ersatz für einen Kater, der sich im gekippten Fenster suizidiert hat. Das Grundstück geht nahtlos in unseres über.

Seit einigen Monaten markiert die Katze von rechts unsere Gartenhütte und nutzt das Buchsbaumbeet an unserer Terrasse als Katzeklo.

Wir haben vieles probiert:

  • Scheiße ignorieren
  • Haufen entfernen
  • Katzenschreck streuen
  • Gitter über dem Buchsbaumbeet
  • Weg durch den Zaun versperren

Die ersten beiden Punkte hatten den gleichen Effekt. Katze kommt immer wieder, nur dass bei der zweiten Variante der Geruch nicht immer so extrem da ist.

Das Katzenschreckpulver hatte keine wirkliche Wirkung. Zeitweise dachten wir, dass sie es lässt. Aber wirklich verschont hat sie das Beet erst, als wir ein Gitter drüber gelegt haben, was aber im Frühjahr das Unkraut jäten nahezu unmöglich machen wird.

Durch das Gitter meidet sie also nun das Buchsbaumbeet. Sie hat aber schon Ersatz gefunden:
Einfahrt, Terrasse, unser Kräuterbeet: Direkt neben der Minze.
8 Haufen waren sichtbar, nachdem der Schnee geschmolzen war.

Der nächste Versuch fand seinen Ursprung in den Überlegungen, warum dieses Tier überhaupt immer bei uns seinen Darm entleert. Der Weg von der „wilden Wiese“ gegenüber zu ihrem Fressnapf bei unseren Nachbarn führt direkt an dem Kräuterbeet vorbei.
Wir haben also den Spalt zwischen Boden und Zaun versperrt.
Sie lief noch immer bei uns lang und auch sonst hat sich nichts verändert.

Ich hatte schließlich die Idee, dass sie glaubt, unser Garten gehört zum Revier der anderen Katze. Weil er ja auf der anderen Seite des Zauns liegt. (Glauben Katzen eigentlich? Ich halte Katzen ja für sehr intelligent…)
Jedenfalls war der Gedanke, dass sie die andere Katze ärgern möchte. Ihr Wohnzimmer beschmutzen sozusagen.
Also wollten wir ihr signalisieren, dass unser Garten IHR Revier ist. Weil Katzen ja so saubere Tiere sind, sollte sie dann ja nicht mehr hier hin scheißen.

Jetzt füttern wir sie. Täglich zwischen 17 und 18 Uhr bekommt sie ein wenig Nassfutter. Bei den Nachbarn gibt es nur Trockenfutter.

Was soll ich sagen? Es funktioniert!

Klarname und Anonymität

In den letzten Tagen gab es 2 Anstupser, um mich nochmal mit meiner Identität im Internet auseinanderzusetzen:

Ein Bericht im Radio über die Klarnamenpflicht in Südkorea und dieser Artikel, in dem es eigentlich um Gründe geht, warum Mike Schnoor nicht jedem Twitterer folgt.

Schon während der Radiosendung habe ich mir überlegt, was es für mich bedeuten würde, wenn ich überall im Internet meinen vollständigen Namen angeben müsste.
Mein Blog würde dann wohl verschwinden, ebenso mein Twitter-Account.
Ich stehe zu allen Inhalten, die ich hier poste und würde jedem, der danach fragt meinen Namen nennen.
In diese Richtung, ist das vollständig okay für mich. Soll ruhig jeder Leser wissen, wer hier über so belanglose Themen wie Haare und Menschen im Wartezimmer schreibt.

Und genau da setzt dann auch der Artikel von Mike Schnoor an. Er schließt im Endeffekt diejenigen aus, die ihre Anonymität nutzen, um Nonsense zu posten ohne ihren Kopf dafür hinhalten zu müssen. Beleidigungen, Kritik, Spam und das alles ohne Konsequenzen.

Das ist jedoch nicht der Grund für mein Pseudonym. Mit anderen Inhalten würde ich vermutlich auch zu denen gehören, denen er trotz Pseudonym folgt.

Ich nutze es nicht, um vollständig anonym zu sein. Ich poste viele persönliche Dinge und vermutlich wäre es ein leichtes, anhand der Daten aus meinen Artikeln in Erfahrung zu bringen wann ich wo mein Pflegeexamen gemacht habe. Darüber kommt man dann auch recht schnell auf meinen Namen. Und jeder Blogger, dessen Srtikel ich schon kommentiert habe, kennt ihn ohnehin. Schließlich wird dabei fast immer nach der Email-Adresse gefragt.

In die andere Richtung möchte ich das nicht.

Ich möchte nicht, dass etwa potenzielle Arbeitgeber meinen Namen bei Google eingeben und als erstes zu lesen bekommen, dass ich für mein Examen nicht gelernt habe und auch jetzt noch ein ausgeprägtes Motivations-/Disziplinproblem habe.

Das Internet ist für mich mehr wie ein Sportverein.
Mein Arbeitgeber muss ja auch nicht wissen, in welchem Fitnessstudio ich angemeldet bin und wie oft ich dort trainiere. Umgekehrt darf aber das Fitnesstudio gerne wissen, wer ich bin. Und im Fitnessstudio darf auch meinetwegen jeder wissen, an welchen Geräten ich trainiere, wie oft ich da bin, etc.

Die Geräte im Internet sind dann nicht die Beinpresse und der Crosstrainer sondern Twitter und mein Blog.

Während ich bei all meinen Aktivitäten außerhalb des Internets selbst entscheiden kann, wem ich davon erzähle, kann ich das im Internet nicht.
Und daher mein Pseudonym.
Damit wird das Internet zu einer Aktivität wie jeder anderen, von der ich erzählen kann, oder nicht:

Wie den Namen eines Vereins kann ich mein Pseudonym entweder weitergeben oder für mich behalten.

Ich bin nrsss.
Krankenschwester, unentschlossen, Zicke, faul, habe von vielem keine Ahnung und bin aktuell böse erkältet.

 

Im Wartezimmer

Seit 20 Minuten sitze ich hier.
Ursprünglich waren 20 weitere Personen hier: Einer auf dem „Blutdruckplatz“, 2 auf der „Nachrückerbank“, 6 auf dem Flur und 11 im eigentlichen Wartezimmer.

2 waren inzwischen wohl beim Arzt. 6 Minuten pro Patient?

Jetzt sitzen noch 9 weitere Leute mit mir im Wartezimmer. 2 junge Männer, 6 Frauen.
3 Leute (und ich) beschäftigten sich mit ihrem Smartphone, eins davon ist ein iPhone, eine Person hat ein Buch mit, eine ein Rätselheft. 4 lesen Zeitschriften und nur eine macht „nichts“.

Nunja, sie hustet und putzt sich die Nase. Das machen auch noch 3 andere.
Nur eine Frau hat wirklich deutliches Übergewicht. Vermutlich ist nur eine über 40, alle anderen eher um die 30.

Schon 30 Minuten und inzwischen wieder 2 weniger im Wartezimmer. Davon sitzt jetzt eine auf der Nachrückerbank und eine auf dem Blutdruckplatz.
Ein bisschen wie die Reise nach Jerusalem.
Vom Flur ist auch einer aufgerufen worden. 6 Minuten also pro Patient.

2 Stunden jetzt hier warten für einen gelben Schein. Denn dass der Arzt bei einem viralen Infekt, und so einen habe ich, nicht viel machen kann weiß ich.

Ich will in mein Bett.

70 Minuten. Ich war dran.
Reihenfolge wurde also doch nicht nach Eintreffen, sondern nach vorheriger Ankündigung festgelegt.

Mein Bett hat mich wieder.