Verrückte Zivilisationskrankheiten

Es ist schon ein paar Jahre her, aber etwa zeitgleich mit der “Emo-Welle” kam das Gerücht auf, dass die Borderline-Persönlichkeitsstörung, und insbesondere das Symptom “Selbstverletzendes Verhalten”, ja nur eine Modekrankheit sei. Die Betroffenen seien gar nicht wirklich krank, sondern wollten nur Aufmerksamkeit und Mitleid. Ein hoher Preis dafür, wie ich finde.

Tatsächlich glaube ich, dass diese Erkrankung in den letzten Jahren zugenommen hat. Ich bin zu jung um da wirklich einen Vergleich zu haben. Wie soll ich mit 27 Jahren eine Entwicklung wirklich erlebt haben? Mit 7 Jahren habe ich mir über psychische Erkrankungen sicher keine Gedanken gemacht.

Ich möchte jetzt auch gar nicht großartig auf das Krankheitsbild, begünstigende Faktoren, etc. eingehen. Ich möchte nur einen Vergleich anregen, der nicht nur für Borderline gilt, sondern für das gesamte Spektrum der psychiatrischen Erkrankungen. Von der Sucht über Depression und Manie bis hin zur Schizophrenie.

Durch unseren veränderten Lebenswandel, der grob als schneller zusammengefasst werden kann, sind viele Erkrankungen häufiger geworden. Diabetes Typ II, Hypertonie, Darmkrebs und Lungenkrebs um nur ein paar zu nennen. Das geht regelmäßig durch die Medien und wird von Hausärzten im Wartezimmer vermittelt.

“Schnellerer Lebenswandel” steht für vieles:

Schnelleres Essen – Fast Food
Schnelleres Arbeiten – Stress, Arbeitsplatzwechsel
Schnelleres Lieben – Scheidungen, Affären
Schnelleres Leiden – Schmerzmittel dämpfen jedes Zipperlein

Wen wundert es da, dass die Psyche in Mitleidenschaft gerät?
Mich nicht.

Der Körper reagiert mit Übergewicht, Herzproblemen und Stoffwechselerkrankungen.
Und die Psyche? Burn-Out ist in meinen Augen nur die Spitze des Eisbergs.

Und obwohl ich ja nicht in der Lage bin, eine Entwicklung über mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte zu beschreiben, fällt mir auf, dass ich in den letzten etwa 5 Jahren privat deutlich häufiger auf Menschen mit vielen “Borderline-Anteilen” stoße. Vor wenigen Tagen habe ich mich wirklich erschrocken, als ich meine Twitter-Timeline gesehen habe.
Von 60 Twitterern, twittern 4 (mit fast 7% deutlich über der offiziellen Erkrankungsrate) absolut typisch immer wieder von ihren Liebesproblemen. Sie lieben ihn/sie ja so sehr – alles ist nur schrecklich. Er/sie möchte auf keinen Fall verlassen werden und ist selbst absolut sprunghaft…
Und immer wieder Spaltereien zwischen einzelnen Twitterer-Grüppchen. Ständiger Wechsel der “besten Freunde”, super schnelles Preisgeben intimster Informationen und dann massive Enttäuschung, wenn es krieselt.
Im Internet scheint die Beschleunigung noch stärker zu sein. Schnelle Informationen. Schnelles Leben. Schneller Spaß. Schnelle Probleme.

Nur keine schnellen Lösungen.

Frühlingsgrillen

An- und Abgrillen ist etwas für Anfänger, Profis grillen durch!

Das ist mir letzten Winter nicht gelungen. Zwar habe ich im Dezember ein herrliches Hähnchen mit unserem Weber-Kugelgrill zubereitet, aber danach war erstmal Pause – bis  zum 15. März. Und am 17. haben wir dann erstmalig wieder mit Freunden gegrillt.

Für unser kleines Frühlingsgrillen hatten wir leckeres Fleisch vom Metzger. Im Supermarkt gab es das vor einem Monat quasi noch nicht.
Mein absoluter Favorit: Bauchfleisch etwas dünner geschnitten.
Und weil ich das gerne sehr dunkel und knusprig mag, baruche ich eine kräftige Würzmischung, die sich gut mit dem rauchigen Grillaroma verbindet. Gestern habe ich eine kleine Abwandlung des “Cajun-Gewürzes” aus Webers Grillbibel ausprobiert, die Menge hat perfekt für 4 Scheiben Bauchfleisch gepasst:

  • ca. 4 TL Zitronenthymian (Blätter vom Stil abstreifen und dann schön fein hacken, außerdem steht im Rezept normaler Thymian, aber den habe ich nicht hier)
  • 2 TL Knoblauch (granuliert)
  • 2 TL Zwiebeln (granuliert)
  • 1,5 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 3 TL grobkörniges (Meer-)Salz
  • 2 TL Rohrzucker
  • 1/2 TL Cayennepfeffer
  • 1 TL Paprikapulver (edelsüß)
  • ein wenig Kräuter der Provence
  • 1 TL frische gehackte Petersilie

Es war einfach umwerfend. Noch nie zuvor habe ich sooooo leckeres Grillfleisch gegessen. Es war – so wie ich es halt liebe – gut durch. Normalerweise habe ich dann oft das Problem, dass von dem Gewürz selbst kaum etwas übrig bleibt. Egal, ob es vorher gewürzt war oder nicht, es schmeckt gleich.
Nicht bei diesem Gewürz. Besonders das frische Thymianaroma bleibt gut erhalten, genau wie die Cayennepfefferschärfe.

In dem mittlerweile vergangenen Monat haben wir noch knapp 10 Mal gegrillt. Und auch meine Nachbarin hat mittlerweile die Grillbibel. Von dem Cajun-Gewürz ist sie genauso begeistert wie ich. Und nicht nur sie: Auch der Rest ihrer Familie inklusive Schwiegermutter.

Ich würde ja gerne noch weitere Würzmischungen ausprobieren, aber die eine ist einfach so lecker, dass ich immer wieder dabei hängen bleibe…

Mjam!

 

Sport ist Mord #7 – Offtopic

Oh Mann…

Gestern hat mir beim Sport jemand einen riesigen Schrecken eingejagt. Ich saß in meinem Auto auf dem Rückweg, habe mit dem Froschkönig telefoniert und entdeckte plötzlich einen Zettel oder sowas unter dem Scheibenwischer.

Erstmal nichts bei gedacht.

An der nächsten Ampel dann gesehen, dass es keine einfache Werbung war, sondern da handschriftlich “Hallo” drauf stand.

An der übernächsten Ampel ausgestiegen und den Zettel reingeholt sowie gelesen:

Der Schreck der Windschutzscheibe

Gelacht.

Auto bemitleidet.

Ich kann morgen um 19:30 nicht da hin, hab da Uni.

Achja, mir ist schleierhaft, woher dieser Mensch da weiß, dass es mein Auto ist.

Ich mutmaße also, dass der Brief nicht konkret mir gewidmet ist, sondern dass es an meinem unglaublich fantastischen Kennzeichen liegt. Denn dass ist einfach total 1337!!!!
Und dieses Kennzeichen, gepaart mit einem rosa haekelschwein vor dem Bordcomputer spricht doch einfach für eine “Nerdine”, oder? Welcher Mann würde da nicht schwach werden?!

Also der Froschkönig sagt, dass er mir bei der Kombi auch einen Brief schreiben würde. Er würde aber seine ICQ# hinterlassen, damit ich absagen kann. Wobei ja auch das fehlen einer Telefonnummer/Emailadresse/ICQ#  für einen Nerd spricht. So analog-alltagsfremd!

Ein sehr gutaussehender Mensch in schwarz/schwarz ist mir da zwar aufgefallen, aber der Name “Guido” passt nicht zu IHR. Eher sowas wie Sarah oder Vanessa. Ja, Vanessa passt sehr gut.

Um dann doch kurz auf das Thema Sport einzugehen:

Nach mittlerweile 2 Monaten regelmäßigen Besuchs bin ich doch etwas enttäuscht:
Der einzige positive Effekt ist dass mein Hintern fester geworden ist. Dummerweise habe ich insgesamt an den Beinen an Umfang zugelegt, so dass mir selbst meine neuen Hosen kaum noch passen. Was ärgerlich ist und hohe Kosten nach sich zieht.

Da ich nicht schwerer geworden bin widerspricht das jedoch meinem physikalischen Grundverständnis. Muskelmasse hat eine höhere Dichte als Fett. Somit ist doch das Volumen von Muskeln – und die werde ich doch wohl langsam aufgebaut haben – bei gleichem Gewicht/gleicher Masse geringer als das Volumen von Fett.
Vorausgesetzt die Umgebungsparameter bleiben gleich.
Jetzt könnte man die Veränderung der Außentemperatur betrachten. Allerdings weiß ich aus sicherer Quelle, dass mein Körper in einem – wenn auch begrenzten Maße – in der Lage ist, die eigene Temperatur konstant zu halten. Also nichts mit Schwankungen durch die globale Erwärmung.
Verifiziert habe ich das natürlich bereits mit einem Fieberthermometer.

Vielleicht wird es einfach Zeit für einen neuen Trainingsplan…

Tschick

Tschick, so heißt das Buch, das ich bis vor ca. 2 Minuten gelesen habe.

Tschick, ist das eine merkwürdige Schreibweise von “schick” oder vom englischen “chick”?
Weder noch, es ist der Spitzname von Andrej Tschichatschow.

Um ehrlich zu sein fand ich das Buch anfangs öde. Jetzt bin ich froh, dass ich es nicht nach den ersten 20 Seiten weggelegt habe. Mir war kurzzeitig danach. Jetzt kann ich nicht sagen, wann der Wendepunkt kam. Wann die Langeweile durch fesselndes Interesse ausgetauscht wurde. Aber es ist passiert. Irgendwo zwischen langweiligem Gerede über Spitznamen, Beyonce und einer Autobahntankstelle hat es mich in seinen Bann gezogen und erst losgelassen, als ich die letzte Zeile gelesen habe.

Es geht um geklaute Autos, um einen Schweinetransporter, eine Sprachtherapeutin, die Verwendung einer Armbanduhr als Kompass, Brombeeren, Leben auf anderen Planeten, einen Sessel im Pool und natürlich um das erste Mal verliebt sein.

Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Buch bald hunderte Schüler im Unterricht lesen müssen. So wie ich in der 5ten oder 6ten die “Vorstadtkrokodile” von Max von der Grün und irgendwann später “Die Einbahnstraße” von Klaus Kordon lesen musste.

Es ist so unglaublich abenteuerlich und kaum vorzustellen, dass es tatsächlich Schüler geben könnte, die in den Sommerferien genau das erleben. Aber irgendwie haben wir doch in der 8ten Klasse alle davon geträumt mal etwas richtig aufregendes zu erleben. Und auch wenn man sich jederzeit bewusst ist, dass das, was die Jungs da treiben falscher kaum sein könnte, drückt man ihnen doch die Daumen.
Man lernt etwas über Freundschaft, über Recht und Unrecht und vor allen Dingen darüber, dass es wichtigeres gibt, als aus was für einer Familie man kommt.

In diesem Buch freunden sich ein unscheinbarer Junge aus reichem – aber wie so oft ziemlich kaputtem – Hause und ein russischer Junge, der eine Plastiktüte als Schultasche nutzt, unter sehr abstrusen Umständen an. Sie wollen einfach “ganz normal Urlaub machen”. In der Walachei.
Am Ende fehlt dem reichen Jungen ein Stück seiner Wade und der andere hat einen Gips.

Noch mehr schreiben wäre definitiv zu viel verraten, aber es lohnt sich!

KAUFEN – LESEN – WEITER EMPFEHLEN!

Das Herd-Paradoxon

Der Froschkönig ist ein komischer Typ.

Eigentlich mag er Frauen, die Karriere machen.
Frauen, die etwas im Kopf haben und das gewinnbringend einsetzen.
Sie sollen Ziele haben und einen Plan, diese zu verwirklichen.
Den Plan sollten sie ehrgeizig verfolgen. Als Vorbild haben sie z.B. ihn.
Ehe, Kinder und Co. sind nicht Teil einer zielführenden Planung sondern eher ein vermeidbares Hindernis.

Klingt doch eigentlich nach Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen, oder?
Beide Seiten sind aktiv im Beruf. Beide haben demnach wenig Zeit. Also sollte Haushalt – darunter verstehe ich mal einfach Kochen, Putzen, Waschen, Ordnung halten – ja etwas sein, das auch zu gleichen Teilen auf beide Partner aufgeteilt wird.

Und hier kommt das paradoxe am Froschkönig:
Er zeigt selten Initiative wenn es um die Gestaltung eines gemeinsamen Essens geht und ebenso selten schwingt er von sich aus den Wischmop.
Selten heißt nicht nie!
Meistens ist es jedoch so, dass ich ihn bitte, mir zu helfen und dann irgendwann doch alleine loslege, weil er nur immer wieder sagt: Gleich. Jetzt nicht. Später. Ich bin beschäftigt. Ich lese gerade etwas. Ich hab jetzt keine Lust. Morgen…

Unmittelbar nach dem Essen lässt er, wie ich sehr oft ebenfalls, alles stehen und liegen. Teller, Töpfe, … Und das trotz Spülmaschine. Wenn gerade kein neuer Müllbeutel im Eimer ist, weil einer von uns beiden den Müll raus gebracht hat – mit der Ausnahme Papier, war das meistens ich – bleiben die Verpackungen einfach liegen wo sie gerade hin passen.

Dazu würde statt einem “Karriereweib” eindeutig besser das “Heimchen am Herd” passen. Wenn sie morgens aufsteht hat sie nichts besseres zu tun, als das Haus aufzuräumen und zu putzen. Wenn er nach Hause kommt steht ein gutes Stück Fleisch auf dem Tisch und wenn er sich dann nach dem Essen wieder diversen News-Seiten zuwendet kümmert sie sich darum, dass die Küche sauber ist und kehrt direkt den Schmutz auf, den er von draußen mit ins Haus gebracht hat. Man könnte es weiter überspitzen und am Ende bekommt er morgens zum Abschied einen Kaffee für den Weg zur Arbeit und abends als Begrüßung gleich an der Haustüre die Pantoffeln.

Ganz so paradox ist es dann aber doch nicht.
Denn er ist im Gegensatz zu mir bereit eine Putzfrau (man entschuldige die politisch inkorrekte Bezeichnung) zur Hälfte zu bezahlen. Sie sollte dann einmal pro Woche alles auf Vordermann bringen.
Ich beiße aber eher die Zähne zusammen und kümmer mich doch nahezu in großen Teilen selbst darum, dass wir nicht ganz im Chaos versinken. Sowohl, indem ich mein eigenes Chaos von Anfang an klein halte, als auch dadurch, dass ich mich mit dem Ungleichgewicht zähneknirschend und maulend (bei Frauen nennt man das glaube ich zickend) abfinde. Das hat wohl zwei Gründe:
Einerseits bin ich manchmal unverhältnismäßig geizig – unverhältnismäßig, weil in anderen Bereichen auch enorm verschwenderisch – und andererseits verdiene ich als Krankenpflegerin erheblich weniger als er. Und da bin ich dann nicht bereit 50% der Kosten zu tragen. Diese Kopfpauschale im privaten Bereich würde ich als ungerecht empfinden. Von wegen sozialer Ausgleich und so. Und Beziehungen sind doch sozial, oder?!

Also an sich doch nicht ganz so paradox. Paradox wäre wohl eher, dass ich politisch für bestimmte Formen der Kopfpauschale eine sinnvolle Anwendung sehe. Die Gesundheitsprämie wäre keine sinnvolle Anwendung.

Und schließlich habe ich trotz 3-Schichten und Studium doch noch mehr Zeit als er.
Beste Belege:
Ich habe Zeit für Sport.
Ich habe Zeit zu twittern.
Und Zeit zu bloggen.

Außerdem hab ich ja meinen Schweinehund im Griff :)

Sport ist Mord #6 – Erfolgserlebnisse

Am 14.02. habe ich endlich nochmal meine Sportschuhe ausgeführt. Und meine Sporthose. Und seitdem ist es mir tatsächlich gelungen jede Woche 2 bis 3 Mal zum Sport zu gehen.

Besonders stolz bin ich darauf, dass ich am Montag und gestern vor meinem Nachtdienst im Fitness-Studio war. Das war super. Einerseits bin ich dadurch wenigstens für ein paar Stunden mal richtig wach geworden und andererseits habe ich mich ein bisschen ausgepowert und konnte abends nochmal schlafen. Ich war bei der Arbeit dann richtig erholt.

Außerdem habe ich letzte Woche Mittwoch einen echt tollen Kurs entdeckt: Step Fatburner.
Ich hatte Muskelkater bis Samstag, nicht angenehm, aber das sagt mir, dass ich GENAU DA öfter hingehen sollte!

Auch an den Geräten habe ich erste Erfolge zu verzeichnen:
Beim Höllenfahrad konnte ich den Widerstand von 3 auf 4 erhöhen, ohne dass mir das Herz aus der Brust springt und bei vielen von den typischen “Mucki-Buden-Geräten” hab ich das Gewicht erhöht. Ein tolles Gefühl.

Noch gut ein Monat, und ich kaufe mir die schicke Sporttasche! Belohnung muss sein.

Awesome!

Ein netter Arbeitskollege hat es letzten Sommer erfolgreich geschafft, mich viele viele Stunden vom Lernen abzuhalten (Schweinehund, ihr wisst schon). Bei Twitter tauchte zuvor in meiner Timeline dauernd das Hashtag #himym auf.

Kurz nachdem ich die Bedeutung entschlüsselt hatte, habe ich in meinem Nachtdienst ein Bild ausgedruckt, unwissend, dass es Barney Stinson war:

Der Spruch war einfach passend, er sollte den unglaublich gestressten Kollegen ein wenig aufheitern. Und das hat er getan. Denn er kannte Barney. Er hat mir dann auch erstmals grob die Story der Serie erläutert und mir wenig später eine DVD-Box mit Season 1-5 mitgebracht. True story ;)

Genial!

Ich war eigentlich nie ein großer Freund von solchen Serien. Und mir ist meine Zeit weiterhin zu schade, um meinen Tagesablauf nach einem Fernsehprogramm zu planen. Aber so als DVD-Box… das war guter Zeitvertreib.

Und so klischeehaft das Gehabe von Barney auch ist, er ist eine verdammt coole Sau mit Stil. Er ist einfach AWESOME!
Und dieses eine Wörtchen – awesome – hat mir heute den Tag gerettet. Ich wusste, er würde stressig werden. Und ich war hundemüde. Doch schon morgens beim Zähneputzen habe ich für mich den “Sad-Awesome-Spruch” abgewandelt in

When I’m sad
I stop being sad
and be awesome instead!

In der Zwischenzeit hat sich besagter Kollege auch den Bro-Code und das Play-Book zugelegt.

Mein “Favorite-Article” ist der hier:

Article 22 : There is no law that prohibits a woman from being a Bro.

Mittlerweile würde ich schon gerne noch Season 6 & 7 gucken…

 

Sport ist Mord #5 – “Neuanfang”

Ich habe ja schon geschrieben, dass mein Schweinehund schlecht erzogen ist und mich wochenlang davon abgehalten hat zum Sport zu gehen. Gestern war es so weit. Gestern hat er wieder eine Schlacht verloren.

Die Gelegenheit habe ich genutzt und das nette Mädel am Eingang gefragt, wie lange ich denn nun nicht mehr da war. Es wären morgen 3 Monate geworden.

Was waren meine Ausreden?

  • Meine Klausuren, für die ich ja gerne viel länger gelernt hätte
  • Der Froschkönig, wenn ich dann mal abends nicht arbeite und er auch hier ist, dann gehe ich doch nicht da hin
  • Mein Schlafbedürfnis, ich halte wohl Winterschlaf. Im Spätsommer ist es mir noch gelungen vor dem Spätdienst hinzugehen oder auch wenn ich Nachtdienst habe. Aktuell stehe ich dann eher kurz vor der Arbeit auf.
  • Grundlos, Zeit, wach, nicht besseres oder wichtigeres zu tun und trotzdem blieb der faule Hinter zu Hause

In dem von mir verlinkten Quarks & Co. Beitrag wird das Erkennen solcher Hindernisse positiv gesehen. Wenn man sie erkennt, kann man auch etwas dagegen machen.

Ich weiß noch nicht genau, wie ich z.B. mit dem letzten Hindernis umgehen kann, aber der Froschkönig ist jetzt gerade kein Grund, ich habe Urlaub. Und auch wenn ich den nicht habe, habe ich jede Woche einen Tag komplett frei. Auch da habe ich am frühen Nachmittag Zeit. Und wenn ich Frühdienst habe, lege ich mir den ollen Rucksack direkt ins Auto. Auch dann passt das zeitlich noch.
Klausuren sind auch Geschichte. Wenn man, wie ich aktuell, schon eine Woche vorher anfängt zu lernen kann man auch mal eine Lernpause über 2 Stunden machen. Das entspannt und macht aufnahmefähig.
Und der Schlaf, der wird sich wohl von alleine einpendeln, wenn die Tage wieder länger werden. Und bis dahin werde ich mich eben aus dem Bett quälen, wenn ich eine bestimmte Anzahl von Stunden geschlafen habe. 12 Stunden und mehr sind einfach zu viel.

Achja, und die Belohnung wartet ja auch noch auf mich. Die schöne Sporttasche. Und anschließend kommt eine neue Sporthose dran. Gestern beschlossen.

Heute mache ich jedenfalls Pause. Ein bisschen Muskelkater hab ich ja schon…

Ein Körbchen für den Schweinehund

Die letzten Tage habe ich vorwiegend damit verbracht, meine erste Hausarbeit zu schreiben. Wenn man bekanntermaßen ein so großes Motivations- und Durchhalteproblem hat wie ich, sollte man vielleicht besser gar nicht studieren.

In der Schule hatte ich das Glück, dass ich ohne große Anstrengungen akzeptable Noten geschrieben habe. Außerdem war meiner Mutter immer wichtig, dass ich selbst Verantwortung für das übernehme, außerdem hat sie immer viel gearbeitet und in dieser Kombination nicht kontrolliert, ob ich meine Hausaufgaben mache oder nicht.  Es war ihr nicht egal, aber es war in meiner eigenen Verantwortung.
Probleme hatte ich dadurch nicht. Ich hatte eher viel Freizeit. Und die wusste ich zu füllen:
Mit Freunden treffen, die Unterrichtszeit mit Briefchen-schreiben und anderen Dingen füllen, die nichts mit dem Lerninhalt zu tun haben oder ihn gar nicht erst besuchen, weil ich statt dessen in irgendwelchen AGen aktiv war. Dabei insgesamt immer wieder nur knapp an den Einladungen zum Elternsprechtag wegen schlechter Mitarbeit im Unterricht und wiederholt nicht-gemachten Hausaufgaben vorbeirutschen.

Ich habe mir also nie angewöhnt zu lernen oder Aufgaben dann zu erledigen wenn sie anfallen statt auf den letzten Drücker, und wenn das die Busfahrt zur Schule ist.

In meinem Leben gab es erst einmal einen Grund dieses Verhalten zu ändern:
Als ich in meinem ersten Studium den Anschluss verloren habe. Meine Kommilitonen sind einfach an mir vorbeigezogen, haben Klausuren mitgeschrieben und bestanden, von denen ich den  Inhalt nicht einmal im Ansatz verstanden habe.

Ich habe das Verhalten nicht geändert, sondern das Studium abgebrochen und mir vorgenommen in einer Ausbildung das Lernen zu lernen. Neben dem erfolgreichen Abschluss, also meinem Examen, war das mein wichtigstes Ziel. Ich habe es weit verfehlt.

Mein Studium könnte man jetzt als weiteren Versuch sehen, endlich Lernen und zeitnahes Erledigen von Aufgaben in meinen Alltag zu integrieren. Aber wer das 27 Jahre lang nicht gemacht, der hat einen sehr, sehr starken und schlecht erzogenen Schweinehund.

Beim Erstellen meiner Hausarbeit ist mir das (erneut) bewusst geworden. Dieser Schweinehund ist so stark, dass er es trotz schon vorhandenen Zeitdrucks dazu bringt statt Literatur zu wälzen und endlich etwas auf’s Papier zu bringen, in der WDR-Mediathek zu stöbern.

Wie günstig, dass Quarks & Co. Anfang des Jahres genau diesen alten Bekannten zum Thema hatte. manchmal ist er eben doch zu etwas gut. Lernen war jetzt nicht wirklich ein Schwerpunkt, aber Sport. Und auch mit dem habe ich ja so meine Probleme. Seit mittlerweile wohl mehr als 2 Monaten war ich nicht mehr in dem wirklich teuren Fitnessstudio.

Ich kann den Beitrag wirklich JEDEM empfehlen, der Probleme hat seine Pläne in die Tat umzusetzen:

Quarks & Co. – Gute Vorsätze

Mein Schweinehund hat von mir jetzt ein Körbchen bekommen, denn manchmal, ist er ja doch sehr nützlich. Nicht nur, dass mich der Beitrag motiviert hat, mich jetzt endlich hinzusetzen, er hat mir auch einen weiteren Anstoß für meine Hausarbeit geliefert, Selbstwirksamkeitserwartung. Die ist eigentlich ein wichtiger Erklärungsansatz in meinem Text, in dem es darum geht, sein Verhalten zu ändern und dadurch die Lebensqualität zu verbessern.

Mein Schweinehund ist stark, und darf es ruhig auch bleiben, wenn er bereit ist, ab und zu auch mal Pause zu machen. Ich werde jetzt durchhalten, als Motivation bekommen mein Schweinehund und ich Belohnungen. Erstmal wohl in materieller Form:

Wenn ich es ab jetzt durchhalte 2 Monate lang mindestens 2 Mal pro Woche ins Fitnessstudio zu gehen, dann kaufe ich mir endlich die Sporttasche, die ich so gerne hätte. Eine von Dakine.
Erst wenn dieses Ziel erreicht ist, gibt es die nächsten, zumindest in Sachen Sport.

In Sachen Studium muss ich mir noch etwas überlegen. Aktuell heißt es nur: “Zähne zusammenbeißen und durch”. Das Diplom ist zwar mein Ziel, aber irgendwie eher ein Fernziel. Noten sind eine tolle Belohnung, aber bei den Klausuren hatte ich bisher fast immer das gleiche Glück wie in der Schule und in der Ausbildung.

Und jetzt werde ich mit dem Zähne zusammenbeißen weitermachen und mich auf die Klausur am Samstag vorbereiten.

Wettermeckern

Nachdem ich letztes Jahr oft über den Winter, den Schnee und die Kälte gemeckert habe, gefallen mir die Straßenverhältnisse dieses Jahr ausgesprochen gut. Diese Bodenhaftung ist wundervoll.

Aber uns Menschen kann man es doch nie recht machen:

Jetzt fehlt mir das Weiß. Irgendwie passten die beiden letzten Jahre fast schon in ein Bilderbuch. Ich würde das Haus so gerne einmal bei Sonnenschein und mit dicker, weißer Mütze fotografieren! Jetzt passt der Anblick eher in einen Dokumentarfilm über die globale Erwärmung, die Temperaturen kann man ja nicht sehen.

Aber lieber sonnig, klirrend kalt und trocken, als matschiger Fußboden. Regenmatsch.